Cricket-Wetten in Deutschland: Zehn erlaubte Anbieter und ein Programm, das dünn bleibt

Updated Oktober 2026
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Die Zahl, die diesen Seite trägt, ist unspektakulär und trotzdem die ganze Geschichte: Am 2. Oktober 2026 führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder 30 Einträge, aber nur 27 Konzessionäre haben überhaupt eine Sportwetten-Erlaubnis. Cricket steht in keinem dieser Einträge. Wer hierzulande auf ein Test-Match, ein ODI oder ein Twenty20 setzen will, muss also zuerst einen erlaubten Anbieter finden und danach hoffen, dass dieser Anbieter die Partie überhaupt im Programm führt. Das sind zwei verschiedene Prüfungen, und die zweite fällt bei den meisten Marken mager aus.

Ein weites grünes Cricketfeld mit einem hellen Streifen in der Mitte, tief stehende Sonne, im Hintergrund eine leere Tribüne.
Den Cricket World Cup 2023 gewann Australien, Gastgeber war Indien; die Ausgabe 2027 wird in Südafrika, Simbabwe und Namibia ausgetragen und auf 14 Teams erweitert.

Datenstand: 30. Oktober 2026, abgeglichen mit der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in der Fassung vom 2. Oktober 2026.

Cricket ist ein Sport, der in Deutschland kaum jemanden interessiert und genau deshalb ein ehrliches Testfeld für Buchmacher ist. Bei Fußball konkurrieren zehn Anbieter um jeden Cent Marge, weil das Angebot jeden interessiert. Beim Cricket konkurriert fast niemand, weil das Angebot wenige interessiert. Genau dort sieht man, wie ein Buchmacher arbeitet, wenn er nicht muss: mit welchen Märkten er einsteigt, wie tief er in eine Partie hineingeht und wie viel er sich von der Quote abschneidet. Die Antworten auf dieser Seite sind unbequem für die Anbieter und nützlich für den Leser.

Feste Regeln gelten für alle, unabhängig vom Sport. Die Erlaubnis zum Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet erteilt die GGL auf Grundlage von § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 des Glücksspielstaatsvertrags 2021, der seit dem 1. Juli 2021 in Kraft ist. Die Behörde beaufsichtigt und ahndet nach § 28a. Wer wissen will, ob ein Anbieter darf, schaut in die Whitelist nach § 9 Abs. 8 — das ist der einzige belastbare Test. Die Steuer dagegen ist Sache des Finanzamts, nicht der GGL.

Was der Buchmacher von jedem Einsatz behält, lässt sich ausrechnen, ohne eine einzige Zeitung zu lesen. Nehmen wir einen Markt mit zwei Ausgängen und je Quote 1,90 — ein Rechenbeispiel, kein Angebot, das irgendein Anbieter gerade stellt. Der Quotenschlüssel, also der Anteil aller Einsätze, den dieser Markt zurückzahlt, liegt bei rund 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 0,95, die Marge also bei etwa 5 %. Ein Buchmacher mit einer so engen Spanne gehört zu den günstigen. In den Märkten, die ein Anbieter bei Cricket tatsächlich stellt, ist die Spanne oft deutlich weiter, weil dort weniger Geld gegeneinander läuft und die Unsicherheit über das eigene Buch größer ist. Die konkrete Zahl hängt daran, welcher Markt und welcher Anbieter — und sie ist der einzige Kostenfaktor, der sich vor dem Absenden des Wettscheins prüfen lässt.

Spielplan und Anbietervergleich: wo Cricket überhaupt läuft

Wer nach einem Cricket-Angebot sucht, stößt zuerst auf ein Missverständnis. Die Whitelist sagt, ob ein Anbieter darf, nicht was er anbietet. Ein Eintrag in der Übersicht ist eine Erlaubnis für einen bestimmten Sportwetten-Bereich — nach § 21 Abs. 5 GlüStV darf jeder Veranstalter nur die Betarten anbieten, die die GGL in seinem Sportwettprogramm genehmigt hat. Ob Cricket dazugehört, steht in keiner Liste, die ein Leser von außen einsehen kann.

Eine kleine Messingwaage steht auf einem Holztisch vor einem Fenster, weiches Tageslicht, daneben ein leeres Notizbuch.
Die GGL warnte am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten.

Für den Vergleich heißt das: Kriterien, die auf jeder Wettseite stehen — Bonus, Auszahlungsdauer, App-Bedienung — bringen bei Cricket wenig. Relevant ist, was der einzelne Anbieter tatsächlich anbietet. Und weil Cricket in Deutschland kein Massenmarkt ist, wird das Angebot in Wellen ausgerollt: zu einem großen Turnier wie einem Cricket World Cup deutlich breiter, in der Pause zwischen zwei Länderspielserien erstaunlich leer. Der Spielplan aus Weltmeisterschaft, Länderspielen und Twenty20-Ligen bestimmt, wann ein lizenzierter Anbieter überhaupt Cricket-Märkte zeigt.

Die folgende Übersicht prüft jeden Anbieter an denselben Punkten: wer hinter ihm steht, in welchem Bundesland beziehungsweise durch welche Behörde erlaubt wurde und seit wann.

Anbieter Whitelist-Status und Konzessionär Sportwetten-Erlaubnis seit
Tipico Sportwetten-Erlaubnis; Tipico Co. Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022
ODDSET Sportwetten-Erlaubnis; Oddset Sportwetten GmbH 18.11.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022
NEO.bet Sportwetten-Erlaubnis; Greenvest Betting Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022
Tiptorro Sportwetten-Erlaubnis; Torro Tec Limited 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022
DAZN Bet Sportwetten-Erlaubnis; DZBT Operations Limited 22.08.2023
Sportwetten.de Sportwetten-Erlaubnis; NetX Betting Limited 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022
888sport Sportwetten-Erlaubnis; 888 Germany Limited 30.06.2021, Folgeerlaubnis 15.12.2022
Betway Sportwetten-Erlaubnis; Betway Limited 09.03.2021, Folgeerlaubnis 23.12.2022
bwin Sportwetten-Erlaubnis; bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022
Interwetten Sportwetten-Erlaubnis; Interwetten Gaming Limited 02.11.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022

In der Tabelle steht bei sechs der zehn Anbieter ein Folgebescheid aus dem Dezember 2022. Das ist kein Zufall und auch kein Qualitätsmerkmal. Eine erste Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre, und die Whitelist zeigt nur das Erteilungsdatum, nie ein Ablaufdatum — sie verrät also nichts darüber, wann ein Anbieter den Markt wieder verlassen muss. Wer aus dem Datum eine Rangfolge ableitet, liest eine Liste, die keine ist. Der einzige Eintrag ohne Folgebescheid, DAZN Bet mit dem 22.08.2023, ist schlicht der jüngste und hat das Halbjahresfenster der anderen verpasst.

Was in dieser Übersicht außerdem fehlt, ist wichtiger als das, was drin steht: keine Spalte für Quoten, keine für Cricket-Märkte. Beides lässt sich nicht aus einer Erlaubnisliste ablesen, und wer eine Tabelle mit solchen Spalten füllt, ohne die Quelle zu haben, erfindet. Die ehrliche Reihenfolge lautet: Erlaubnis prüfen, Anbieter öffnen, Cricket im Programm suchen — erst dann lohnt der Blick auf die Quote.

Für einen Leser mit kleinem Budget bedeutet das eine unangenehme Reihenfolge des Aufwands. Zehn Anbieter zu durchsuchen kostet Zeit, und das Ergebnis kann sein, dass nur drei oder vier eine laufende Cricket-Partie im Programm haben. Bei einem großen Turnier ist die Trefferquote besser als in einer ruhigen Woche. Wer Cricket regelmäßig spielt, plant den Blick also um die Turnierkalender herum, nicht um Werbeaktionen.

Grundlagen des Sports: Formate, Innings und was eine Cricket-Wette kostet

Ein Cricketspiel ist lang genug, dass die Formate nicht bloß Spielarten sind, sondern das eigentliche Kostenproblem für den Wetter. Zwei Mannschaften mit je 11 Spielern stehen sich gegenüber, ein Spiel hat zwei oder vier Innings, ein Over besteht aus sechs regulären Bällen. Ein Test-Match dauert bis zu fünf Tage mit täglich drei Sessions von etwa zwei Stunden. Ein One-Day International umfasst in der Regel 50 Overs pro Innings, ein Twenty20 20 Overs pro Innings bei höchstens 75 Minuten je Innings.

Ein Cricketschläger aus hellem Holz und ein roter Lederball liegen auf kurzem Rasen, weiches Abendlicht.
Im Cricket stehen sich zwei Mannschaften mit je 11 Spielern gegenüber; ein Spiel hat zwei oder vier Innings, ein Over besteht aus sechs regulären Bällen.

Drei Formate, drei völlig verschiedene Wettvorlagen. Und genau hier zahlt der Leser den Preis für sein Cricket-Wissen oder dessen Fehlen. Ein Test-Match, das fünf Tage lang läuft, ist für den Wettmarkt ein Albtraum: Das Ergebnis hängt an Witterung, an abgenutzten Pitches, an Erklärungen der Kapitäne und an einer Remis-Möglichkeit, die in anderen Sportarten nicht existiert. Kommt das Feld auf einen solchen Markt, deckt kein Anbieter die ganze Bandbreite zu einer engen Spanne ab. Ein Twenty20 dagegen ist zwei bis drei Stunden lang, die Mannschaften schlagen in festen Blöcken, die Ereignisse sind zählbar. Für einen Buchmacher ist das ein rechnerisch sauberes Produkt, und deshalb ist T20 der einzige Cricket-Markt, in dem man einigermaßen normal bepreiste Quoten erwarten darf. Unser Vergleichsmuster von 1,90 zu 1,90 ist auf einem Zwei-Weg-ODI näher an der Realität als auf einem Fünf-Tage-Test.

Die drei Ausgänge des Sports sind einander nicht gleich. Ein Tie entsteht, wenn nach allen Innings der Punktestand gleich ist — selten. Ein Draw ist dagegen ein reguläres Ergebnis: Die Zeit läuft ab, bevor alle Innings beendet sind, der Wettschein bleibt offen und wird nicht selten als Verlust gebucht. Wer die Gesamtpartie auf Sieg Team A setzt, wettet in einem Test-Match also nicht auf drei Ergebnisse, sondern auf vier. Diese vierte Möglichkeit ist der Grund, warum die Auszahlungsquote in Cricket-Märkten systematisch schlechter ausfällt als in einem Fußballmarkt mit zwei klaren Ausgängen. Der Buchmacher lässt sich die Erklärung des eigenen Kontos etwas kosten.

Was der Wetter am Ende mitnimmt, ist der Einsatz mal der Quote. Bei 1,90 auf 10 € sind das 19 € zurück, der Nettogewinn beträgt Einsatz mal (Quote − 1), also 9 €. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Beine zu einem einzigen Preis, und dieselbe Marge wird über jedes Bein noch einmal eingezogen. Eine Kombiwette auf Cricket ist deshalb nicht nur riskanter, sie ist auch teurer als die Einzelwette — jede zusätzliche Auswahl frisst ein weiteres Stück von der Auszahlungsquote ab, ohne dass es auf dem Wettschein sichtbar wird.

Dazu kommt die Sportwettensteuer. Nach §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes beträgt sie 5,3 % vom Bemessungsgrundsatz „Einsatz, der abgeführt wird, ohne die Steuer selbst“ (§§ 17, 18). Umgerechnet auf den eingezahlten Betrag sind das rund 5,03 %, also 5,3 / 105,3 — und nicht 5,3 % des Einsatzes. Die Steuer schuldet nach § 19 der Veranstalter der Wette, nicht der Wetter. Ob und wie ein Anbieter sie weitergibt, steht in seinen eigenen Bedingungen; pauschal „5,3 % vom Einsatz“ zu schreiben, wäre falsch, und zwar in einer Richtung, die den Wetter teurer macht, als die Zahl aussieht.

Wichtig für die Auszahlung: Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Bei einem Fünf-Tage-Test mit Regenunterbrechung kann das bedeuten, dass der Einsatz tagelang gebunden ist. Wer knapp kalkuliert, sollte das vorher wissen.

Regen, Abbruch und ein Ziel, das niemand ausrechnen kann

Cricket ist der Wettersport der Sportwetten. Kaum eine andere Disziplin bricht so häufig ab, und kaum eine andere hat dafür eine eigene Rechenmethode, die der Durchschnittswetter nicht nachvollziehen kann. Die Duckworth-Lewis-Methode wurde 1997 eingeführt und 1999 vom International Cricket Council offiziell übernommen; seit November 2014 trägt sie nach Steven Stern den Namen Duckworth-Lewis-Stern. Sie berechnet in witterungsunterbrochenen Limited-Overs-Spielen das neue Ziel der zweiten schlagenden Mannschaft.

Wer bei einem Live-Markt auf einen laufenden ODI setzt, wettet also regelmäßig auf eine Zahl, die sich gleich ändern wird. In 50-Over-Spielen muss jedes Team mindestens 20 Overs spielen, im Twenty20 mindestens fünf, sonst wird die Partie als „No Result“ gewertet — es sei denn, eine Mannschaft ist all out oder hat ihr Ziel früher erreicht. Die Anwendung der Methode ist in den Wettbedingungen jedes Anbieters geregelt, und diese Bedingungen sind der einzige Ort, an dem ein Wetter erfährt, was mit seinem Wettschein bei einer Unterbrechung passiert.

Die Formel ist ein Modell, kein Naturgesetz. Sie verreicht verfügbare Overs und verlorene Wickets zu einer Zielzahl, und je nachdem, wann der Regen einsetzt, liegt das neue Ziel mal höher, mal tiefer, als die bisherige Vermutung nahelegt. Für einen Wetter ist das der Grund, keine großen Beträge auf Ziele zu setzen, die noch nicht feststehen. Das Ergebnis steht am Ende im Protokoll, nicht auf dem Wettschein.

Am schärfsten zeigt sich die Eigenheit dieses Sports im Finale des Cricket World Cup 2019: Es stand nach 50 Overs 241:241 und im Super Over 15:15, England gewann anhand der Zahl der erzielten Boundaries. Ein Weltmeistertitel an einer Zusatzstatistik. Wer damals auf „Unentschieden“ gesetzt hatte, sah das korrekte Ergebnis des regulären Spiels und trotzdem einen Mannschaftssieg ausgerufen. Solche Fälle sind das Argument dafür, vor jedem Cricket-Wettschein zu lesen, wie ein Anbieter mit Gleichstand verfährt.

Länderspiel, Turnier und Liga: wo Cricket-Märkte entstehen

Der Cricket World Cup der Männer findet alle vier Jahre statt und wird mit 50 Overs pro Innings gespielt, seit 1987; zuvor waren es 60. Die erste Austragung war 1975 in England. Rekordsieger ist Australien mit sechs Titeln. Den World Cup 2023 gewann Australien vor heimischem indischem Publikum gegen Indien, und die Ausgabe 2027 wird in Südafrika, Simbabwe und Namibia ausgetragen und auf 14 Teams erweitert.

Diese Erweiterung ist für den Wetter mehr als eine Randnotiz. Vierzehn Teams statt zehn bedeuten mehr Partien zwischen Mannschaften, deren Ergebnisse schwer einzuschätzen sind, und mehr Partien, die auf deutschen Wettseiten überhaupt auftauchen. Eine breitere Startliste ist für den Anbieter auch eine breitere Auswahl an Spielen, die er nur mit spitzer Marge anbieten möchte.

Liga-Cricket läuft dagegen praktisch ganzjährig und ist für einen deutschen Anbieter ein rechnerisch einfacheres Produkt. Die Indian Premier League ist ein Beispiel für eine nationale Twenty20-Liga mit internationalen Spielern. Solche Ligen liefern Abendspiele, klare Kadergrenzen und eine Zuschauerschaft, die den Ausgang nicht nur am Tickergeräusch verfolgt. Wer Cricket regelmäßig auf dem Wettschein hat, landet fast zwangsläufig bei diesen Ligen, nicht bei einem Test-Match in Antigua.

Die Bandbreite an Formaten macht Cricket zum teuersten Sport für einen Anbieter, der eigentlich nur Fußball kann. Der Sport deckt mehr Spieltage, mehr Spielarten und mehr Sonderfälle ab als jede andere Disziplin im Programm. Ein Buchmacher, der Cricket ernst nimmt, braucht Datenfeeds, Modellrechnungen und eine Wettabteilung, die den Sport versteht. Man merkt sofort, wer das nicht hat, weil dann nur die großen Turniere angeboten werden.

Live-Wetten auf Cricket: kurz, technisch, begrenzt

Live-Wetten sind in Deutschland keine freie Angelegenheit. Nach § 21 Abs. 4 GlüStV darf während eines laufenden Sportwettens nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente gesetzt werden — und nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor beim Fußball ist zulässig, der nächste Satz beim Tennis ebenfalls. Der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb beim Basketball sind es nicht. Nach dieser Regel ist beim Cricket fast alles, was Live-Wetten interessant macht — jedes Over, jeder Wicket-Fall, jeder einzelne Ball —, nicht erlaubt. Zulässig bleibt der Ausgang der Gesamtpartie und die nächste vergleichbare Komponente.

Das ist die strukturelle Kostenaussage hinter jedem Live-Cricket-Markt in Deutschland. Der Kitzel eines Wickets liegt nicht auf dem erlaubten Wettschein, weil der Wettanbieter ihn gar nicht bepreisen darf. Was bleibt, ist eine Handvoll Märkte, die deutlich langsamer reagieren als das Spiel. Wer Cricket im Livemodus wirklich spannend findet, wettet in Deutschland auf ein schmaleres Programm als in einer Runde Fußball.

Technisch ist das Angebot ebenfalls nicht trivial. Die Kosten eines Cricket-Livemarkts liegen nicht nur in der Marge, sondern in der Unsicherheit über den Ausgang selbst: Eine Zielzahl kann sich nach einer Regenpause ändern, und kein Anbieter wird in diesem Moment eine günstige Quote stellen. Ein Livegeschäft ist für den Wetter vor allem eines — die Gelegenheit, in der falschen Minute einen zu langen Wettschein abzuschicken.

Deshalb verlagert sich der sinnvolle Einsatz auf das, was vor dem ersten Over bekannt ist. Mannschaftsaufstellungen, Pitch-Bedingungen, Wetterbericht: Das sind die Informationen, die ein Wetter tatsächlich haben kann, während die Livezahlen einen Vorteil suggerieren, den er nicht hat.

Erlaubnis, Recht und Rückforderung von Verlusten

Wer auf Cricket spielen will und dabei nicht auf ein unerlaubtes Angebot geraten möchte, braucht keine Meinung, sondern einen Registerblick. Zulässig ist Sportwetten nach § 21 Abs. 1 GlüStV als Festquotewette auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Vorfälle darin, als Einzel- oder Kombinationswette. Erlaubt sind nach § 21 Abs. 5 nur die Betarten, die die GGL im Sportwettprogramm vorgesehen hat. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure teilnehmen, sind nach § 21 Abs. 1a ausgeschlossen — in der Praxis der Behörde gilt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateur. Ebenfalls ausgeschlossen sind manipulationsträchtige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind nicht zulässig.

Eine Sperre mit Sonderfallcharakter: Wetten auf E-Sport sind in Deutschland nicht möglich. Die GGL stellt klar, dass E-Sport nicht als Sport anerkannt ist; ein erlaubtes E-Sport-Wetten existiert hierzulande nicht. Wer auf einer Seite mit deutscher Domain ein E-Sport-Wetten findet, findet ein Angebot, das dort nicht hingehört.

Zu virtuellen Sportarten ist die Rechtslage nicht geklärt. Dazu steht hier nichts.

Cash Out hat weder im Glücksspielstaatsvertrag noch in einer Regel der GGL eine Grundlage. Wer das als Produkt nutzt, nutzt es zu den Bedingungen des jeweiligen Anbieters — der gerne einmal von „Kontrolle über den Wettschein“ spricht, während er den Preis dafür selbst festlegt.

Am 17. September 2026 warnte die GGL Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten, etwa Platincasino. Das ist keine Kleinigkeit, sondern der Hinweis darauf, dass das Angebot an unerlaubten Seiten für deutsche Nutzer groß ist. Solche Anbieter haben keine deutsche Erlaubnis, und ihre Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Lizenz entfaltet hier keine Wirkung.

Die strafrechtliche Seite hat zwei Ebenen. Das Veranstalten unerlaubter Sportwetten ist nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bedroht, das Bewerben mit bis zu einem Jahr. Die Teilnahme an einer unerlaubten Sportwette kann nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten geahndet werden. Eine Strafverfolgung einzelner Spieler ist nicht belegt — daraus wird aber weder ein Freibrief noch ein Drama. Die Aufsichtsbehörde arbeitet über Untersagungsverfügungen, Zahlungs- und Netzsperren.

Der zivilrechtliche Teil ist der interessantere. Der Bundesgerichtshof legte dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH, Nicholas Emiliou, hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — es sei denn, Behörden haben zugesichert, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. In mehreren Fällen haben Zivilgerichte Anbieter ohne deutsche Erlaubnis bereits zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt. Ein Anspruch auf Rückzahlung ist damit ausdrücklich nicht versprochen.

Nebenbei: Die GGL erhebt die Sportwettensteuer nicht. Sie fällt auch bei unerlaubten Veranstaltern an, und eine bezahlte Steuer ist kein Nachweis einer Erlaubnis.

Spielerschutz: was die Erlaubnis dem Wetter kostet

Die deutsche Erlaubnis ist ein Paket aus Schutz und Einschränkung, und bei Cricket schlagen beide Seiten unterschiedlich stark durch. Wer die Einschränkungen als Preis liest, versteht besser, warum ein offshore Anbieter scheinbar „einfacher“ ist. Er ist es, weil er an nichts davon gebunden ist.

Schutz und Grenzen nach GlüStV, und sie gelten für jede Sportwetten-Erlaubnis in Deutschland:

Für den Cricket-Wetter ist die interessanteste Regel die erste auf der Liste: die Verifizierung. Ein Konto, das 72 Stunden lang spielbar ist, aber nichts auszahlt, passt schlecht zu einem Sport, dessen Partien bis zu fünf Tage dauern. Eine Wette, die am Dienstag platziert wird und deren Ergebnis am Samstag feststeht, kann in dieser Frist gar nicht abgerechnet werden. Wer ernsthaft Cricket spielt, führt ein seit Monaten geprüftes Konto und schließt das Fenster des Neukunden hinter sich.

Das Einzahlungslimit von 1.000 € wirkt dagegen schonender, als es klingt, solange man nicht mehrere Sportarten parallel spielt. Es ist ein Limit über alle Anbieter — wer bei drei Buchmachern je 500 € im Monat einzahlt, ist an der Grenze, unabhängig davon, ob er sportlich gewinnt.

Für Cricket gibt es keinen gesetzlichen Einsatzdeckel pro Wette. Das Bundesland, das den Anbieter zugelassen hat, gibt die Höhe nicht vor; ein Limit kann eine Erlaubnisbedingung oder schlicht eine Entscheidung des Anbieters sein. Wer höhere Einsätze plant, fragt die Höchstgrenze im Konto ab, nicht in einem Regelwerk.

OASIS und LUGAS sind an eine unerlaubte Seite nicht angeschlossen. Das ist der Kern der Sache: Auf einer Whitelist-Seite greift die Sperre sofort, auf einer anderen Seite im Zweifel gar nicht. Der Preis für die Erlaubnis ist also auch der Nutzen — ein Betrag, der auf einem erlaubten Anbieter in einer geschlossenen Tür endet, kann auf einer unerlaubten Seite weiterlaufen.

Was Schutzhinweise und Hilfe angeht: OASIS ist die bundesweite Anlaufstelle, über die eine Selbstsperre wirkt. Der Panikbutton ist die 24-Stunden-Notbremse. Beides sind Werkzeuge, keine Formalitäten.

Zahlungen, Konten und wie das Geld den Buchmacher verlässt

Geld, das auf einem deutschen Wettkonto ankommt und es verlässt, folgt Regeln, die den Cricket-Wetter stärker treffen als einen Gelegenheitsspieler. Nach § 6b Abs. 4 GlüStV darf die Zahlung nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen des Spielers bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut erfolgen. Anonyme Zahlungsmittel sind unzulässig. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Sportwetten heraushält.

Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Angelegenheit und steht ausschließlich in seinen Bedingungen. Die Erlaubnis regelt die Herkunft des Geldes, nicht die Auswahl der Zahlungswege. Wer sein Konto über eine Methode aufladen will, die nicht auf seinem Namen läuft, wird hier nicht weit kommen.

Spielergelder liegen nach § 6b Abs. 6 auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt. Für einen Cricket-Wetter, dessen Partie wochenlang läuft, ist das der beruhigende Teil des Regelwerks.

Ob und wie die Sportwettensteuer im Wettschein landet, entscheidet jeder Anbieter selbst. Die Bedingungen sind der Ort, an dem das nachzulesen ist, und nicht die Quotenzeile im Wettschein. Die Gesamtkosten einer Cricket-Wette setzen sich damit aus drei Dingen zusammen: der im Preis steckenden Marge des Buchmachers, dem Steueraufschlag, den der Anbieter weitergibt, und dem Preis für einen Wettschein, der bei einer Unterbrechung möglicherweise gar nicht zu Ende kommt.

Wie sehr sich Cricket beim Buchmacher rechnet

Bevor wir zu den einzelnen Anbietern kommen, lohnt die Rechnung, die man am selben Abend auf jedem Wettschein nachprüfen kann. Das Muster oben zeigt die Mechanik: Quote 1,90 auf beiden Seiten eines Zwei-Wege-Marktes macht rund 95 % Auszahlungsquote und etwa 5 % Marge. Was ein Cricket-Anbieter zusätzlich einspart, sind die krummen Ereignisse, die er nicht bepreisen muss.

Bei einem Check der Quoten aus derselben Sitzung fallen ohnehin nur die Märkte auf, die der Anbieter selbst bepreist. In engen Märkten bleibt die Marge nahe 5 %. In exotischen Cricket-Märkten — einem Markt auf die Zahl der verwendeten Bowler, einem Markt auf den ersten Wicket-Fall, einem Markt auf das Over, in dem das Spiel endet — liegt die Spanne in aller Regel deutlich höher, und den genauen Wert kann ein Wetter nur bilden, wenn er alle Quoten des Marktes addiert. Der Vergleich zwischen zwei Anbietern lohnt deshalb genau dort, wo derselbe seltene Markt angeboten wird.

Der dritte Kostenfaktor ist Zeit. Ein Cricketspiel kann tagelang unentschieden aussehen. Kapital, das in einem offenen Wettschein steckt, arbeitet nicht für den Wetter, sondern für den Buchmacher. Je länger eine Partie läuft, desto mehr Wettscheine werden in dieser Zeit anders bepreist, nämlich in Richtung der Buchmacherposition. Wer das weiß, setzt auf kurze Formate und wenig auf Fünf-Tage-Tests.

Und schließlich die Kombiwette. Wer zwei Cricket-Auswahlen auf einen Schein nimmt, multipliziert nicht nur die Gewinnchance, sondern auch die Marge. Aus fünf Prozent Margen werden bei zwei Beinen spürbar mehr. Aus einer Wette auf ein Spiel wird ein Finanzprodukt, dessen Kosten man auf dem Wettschein nicht sieht. Das ist keine Warnung vor der Kombiwette, sondern die Auskunft, dass sie bei Cricket selten günstig ist.

Die zehn erlaubten Anbieter im Vergleich

Alle folgenden Anbieter sind auf der Whitelist der GGL mit einem Sportwetten-Bereich geführt, Stand 2. Oktober 2026. Ein Eintrag dort belegt die Erlaubnis und keine einzige Eigenschaft darüber hinaus. Ein weiterer Hinweis, der auf der Liste selbst nicht steht, aber für diese Seite zählt: Ob ein Anbieter Cricket überhaupt führt, ist von außen nicht über die Erlaubnis zu prüfen. Der Blick gilt dem Sportwettprogramm im Konto, mit den Bedingungen daneben.

Tipico: der Eintrag mit der ältesten Erlaubnis im Feld

Tipico wird in der Whitelist über die Tipico Co. Limited geführt, mit einer ersten Sportwetten-Erlaubnis vom 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 09.12.2022. Die App wird im Apple Store vom Entwickler Tipico B2B Ltd angeboten; in der Entwicklerbeschreibung wird „Tipico Cashout“ als Kontrolle über den Wettschein genannt, ebenso Live-Wetten auch während des Fußballspiels.

Wer die eigene Beschreibung liest und danach Cricket sucht, hält ein Beispiel für die Grenzen dieses Vergleichs in der Hand: Kontrolle über den Wettschein ist eine Funktion, die bei jedem Markt gleich aussieht, unabhängig davon, ob der Sport sauber bepreist ist. Der Cash-Out-Wert in einem Regen-abgebrochenen ODI ist ein anderer Vorgang als der Cash-Out in der 70. Minute eines Fußballspiels, weil dem Anbieter ein Modell für ein Ziel fehlt, das er gerade selbst erst berechnet. Die Position dieses Anbieters im Feld ist die eines Vollsortimenters, der Cricket als Teil eines breiten Programms führt und nicht als eigenes Standbein.

ODDSET: die staatliche Herkunft als Erklärung

Die Erlaubnis ging an die Oddset Sportwetten GmbH; das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte sie mit Bescheid vom 15.12.2022 für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb. Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale). In der Whitelist erscheint Oddset mit einer ersten Erlaubnis vom 18.11.2020 und der Folgeerlaubnis vom 15.12.2022.

Der stationäre Vertrieb ist der Punkt, an dem sich dieser Anbieter von allen anderen hier unterscheidet. Wer über einen Laden und nicht über eine App einsteigt, findet dort andere Beratung und andere Grenzen als in einem Konto. Für Cricket ist das eine Randnotiz, für die Frage, wie ein Betreiber mit Einsatzgrenzen umgeht, eine interessante: Ein Anbieter, der auch stationär arbeitet, hat seine Kontrollen doppelt, und das schlägt sich in der Ruhe des Angebots nieder, nicht in dessen Breite.

NEO.bet: jung im Markt, alt in der Erlaubnis

Für NEO.bet führt die Whitelist die Greenvest Betting Limited als Betreiberin, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022.

Die Marke sieht neuer aus, als sie ist. Beim Cricket ist das eine relevante Unterscheidung, weil ein Anbieter mit sechs Jahren deutscher Zulassung ganz andere Datenquellen hat als ein Neuling. Wer eine Nische wie Cricket abseits der Fußballwochen bedienen will, braucht dieses Fundament. Ob die Marke es nutzt, prüft ein Blick ins Programm — und der fällt schnell aus, sobald das Angebot außerhalb eines Turniers leer bleibt.

Tiptorro: die App auf einem dünnen Fundament

Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta angeboten; diese beschreibt sich als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Die Whitelist führt die Marke mit einer ersten Erlaubnis vom 30.06.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022.

Ein Anbieter, der sich selbst über die Aufsicht definiert, setzt damit den Schwerpunkt auf die Erlaubnis und nicht auf das Programm. Bei Cricket ist die Erlaubnis aber nur die Eintrittskarte; was danach kommt, entscheidet über den Wettschein. Diese Marke gehört zu den Anbietern, deren Cricket-Angebot ein Wetter zuerst prüfen sollte, bevor er sich ein Konto einrichtet.

DAZN Bet: der jüngste Eintrag und seine Nachteile

Unter DAZN Bet verzeichnet die GGL die DZBT Operations Limited mit Sitz in Zebbug, Malta, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 22. August 2023. Es ist die jüngste Zulassung im Feld, und das erklärt, warum unter diesem Eintrag kein Folgebescheid aus dem Dezember 2022 auftaucht.

Ein Anbieter mit einer kurzen Erlaubnishistorie in Deutschland hat im Zweifel die kleineren Datenbestände. Das ist kein Urteil über die Qualität, sondern eine Frage der Wahrscheinlichkeit: Wer seit 2020 Daten zu internationalen Cricket-Ligen sammelt, kann einen Markt enger bepreisen als jemand, der seit 2023 sammelt. Das Markenprofil liegt zudem beim Fußball und beim wintersportlichen Programm. Für Cricket ist diese Marke deshalb eine Wette auf die Programmstrategie, nicht auf einen Vorsprung.

Sportwetten.de: der Name als Erklärung

Für Sportwetten.de ist in der GGL-Übersicht die NetX Betting Limited mit Sitz in Birkirkara, Malta, eingetragen; die Whitelist nennt eine erste Erlaubnis vom 19.11.2020 und eine Folgeerlaubnis vom 16.12.2022.

Ein Betreiber, der den Namen des Sports selbst trägt, wird daran gemessen, dass er ihn vollständig abdeckt. In der Cricket-Frage ist das der aussagekräftigste Einzeltest des ganzen Feldes: Wer auf der Startseite mit der Breite des Sportwetten-Angebots argumentiert, kann eine der selteneren Disziplinen nicht einfach weglassen. Ob er es tut, steht nicht in der Whitelist, sondern im Sportwettprogramm.

888sport: auf internationalem Fundament

Hinter 888sport steht die 888 Germany Limited; die Aktie der 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, der Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Die Whitelist führt die deutsche Marke mit einer ersten Erlaubnis vom 30.06.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 15.12.2022.

Eine börsennotierte Gruppe bedeutet Berichtspflichten und eine gewisse Trägheit in der Produktgestaltung. Für Cricket ist das nicht automatisch gut: Eine internationale Gruppe kann ein breites Programm liefern, aber die Bereitschaft, einen deutschen Cricket-Markt mit Marge zu betreiben, hängt an der erwarteten Nachfrage auf genau dieser Seite. Was bleibt, sind zwei Vorteile: die relativ frühe deutsche Zulassung und ein Mutterhaus, das nicht morgen verschwindet.

Betway: der Cash-Out-Fall im Vergleich

Die Whitelist führt Betway über die Betway Limited, mit einer ersten Erlaubnis vom 09.03.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. Beim Betway-Cash-Out erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“; der Wert der Wette wird angezeigt, und ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Die App bietet zudem einen Wettkonfigurator für Fußballspiele, der Auswahlen aus verschiedenen Partien kombiniert.

Der Cash-Out mit Teilauszahlung ist für einen Cricket-Wetter mehr wert als für einen Fußball-Wetter, weil eine Partie, die über Tage läuft, mehr Zwischenstände bietet, an denen ein Ausstieg sinnvoll erscheint. Wer das nutzt, zahlt dafür den Preis, den der Anbieter in diesem Moment für den Wettschein nennt. Es ist die passendste Funktion dieses Anbieters für die Sportart, ohne dass der Anbieter sie für Cricket bewirbt.

bwin: Reichweite mit der Erlaubnis aus einer Hand

Für Bwin führt die Whitelist die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta. Die Erlaubnis wurde dem Eintrag zufolge erstmals am 09.10.2020 erteilt, die Folgeerlaubnis datiert vom 23.12.2022.

Der bekannteste Name im Feld nutzt einem Cricket-Wetter wenig, wenn das Programm dünn bleibt. Markenreichweite ist ein Vorteil bei Fußball und bei Livequoten, wo Volumen die Spanne drückt. Bei einem Sport, den wenige Kunden spielen, ist Reichweite kein Vorteil — sie hilft dem Anbieter, sie hilft dem Wetter nicht. Wer bei diesem Anbieter auf Cricket setzt, sollte den Markt gegen einen kleineren Anbieter stellen, weil der Vergleich hier besonders wenig über die Marke und viel über das Buch sagt.

Interwetten: der ruhige Eintrag im Feld

Für Interwetten führt die Whitelist die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne‘ Point, Sliema, Malta. Erste Erlaubnis: 02.11.2020, Folgeerlaubnis: 27.12.2022.

Ein Betreiber, der seit Jahren ohne großes Marketing im deutschen Markt arbeitet, lebt von Kunden, die bleiben. Bei einer Nischensportart ist das ein Signal in beide Richtungen: Ein Stammkundengeschäft kann auch einen Cricket-Markt tragen, der für Laufkundschaft zu klein wäre. Welche Richtung hier tatsächlich gilt, entscheidet der Blick in das Cricket-Programm während eines laufenden Turniers. Die Erlaubnis ist jedenfalls die einzige Sicherheit, die diese Seite geben kann.

Candy: der Kunde, dem Cricket zu kurz kommt

Wer mit zehn oder zwanzig Euro pro Wettschein arbeitet, merkt die Kosten dieses Sports deutlicher als jeder Großspieler. Die Marge von etwa 5 % im Vergleichsmuster ist der günstigste Fall; bei einer Cricket-Kombiwette liegen schnell zwei Beine mit je eigener Marge auf dem Schein, und der Steueraufschlag kommt obendrauf. Dazu die Verifizierungspflicht nach § 6a: Wer im Juli einsteigt, muss sein Konto erst prüfen lassen und kann in den ersten 72 Stunden zwar spielen, aber nichts abheben. Ein Fünf-Tage-Test fällt in diesen beiden Zeitfenstern komplett auseinander.

Für diesen Leser ist die Strategie damit klar umrissen. Kurze Formate statt Tests, Einzelwetten statt Kombis, Erlaubnis vor Quote und ein Konto, das die Verifizierung hinter sich hat, bevor die erste Partie angepfiffen wird. Wer mehr will, soll die Limitdatei kennen — bei 1.000 € im Monat über alle Anbieter ist ohnehin schnell Schluss, und wer dagegen wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen müsste, verliert sieben Tage auf die Anhebung. Die günstigste Cricket-Wette ist hier keine mit der höchsten Quote, sondern eine, deren Bedingungen man kennt.

Häufige Fragen zu Cricket-Wetten in Deutschland

Wo kann bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis auf Cricket gesetzt werden?

Nur bei einem Anbieter, der für seine Seite auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit einer Sportwetten-Erlaubnis geführt ist. Die Liste weist zum Stand 2. Oktober 2026 dreißig Einträge aus, davon 27 mit Sportwetten-Erlaubnis. Welcher davon Cricket im Sportwettprogramm hat, zeigt erst das Konto.

Was unterscheidet Test-Match, ODI und Twenty20 für Quoten und Märkte?

Die Spieldauer. Ein Test-Match läuft bis zu fünf Tage mit drei Sessions von etwa zwei Stunden pro Tag, ein ODI umfasst in der Regel 50 Overs je Innings, ein Twenty20 zwanzig Overs bei höchstens 75 Minuten pro Innings. Je länger die Partie, desto mehr Ergebnisse und Unterbrechungen muss ein Markt abdecken — und desto weniger eng wird die Spanne.

Wie wirkt die Duckworth-Lewis-Stern-Methode bei einer Unterbrechung auf die Wette?

Sie berechnet in regenunterbrochenen Limited-Overs-Spielen das neue Ziel der zweiten schlagenden Mannschaft. In 50-Over-Spielen müssen beide Teams mindestens 20 Overs spielen, im Twenty20 mindestens fünf, sonst wird die Partie als „No Result“ gewertet. Was ein Anbieter daraus für den Wettschein macht, steht in seinen Wettbedingungen.

Welche Livewetten auf Cricket sind in Deutschland zulässig?

Nach § 21 Abs. 4 GlüStV ist während eines laufenden Ereignisses nur das Endergebnis oder das nächste Tor, der nächste Satz oder eine ähnliche Komponente erlaubt, und nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Beim Cricket bleibt damit der Ausgang der Partie. Märkte auf einzelne Overs oder jeden nächsten Ball sind es nicht.

Wie entsteht eine Cricket-Einschätzung, und warum ist kein Tipp sicher?

Sie entsteht aus Aufstellungen, Pitch-Bedingungen, Wetterbericht und dem Verlauf der bisherigen Saison. Der Ausgang eines Cricketspiels hängt dazu an Witterung, an einer Zielzahl nach Unterbrechung und an einem Remis, das in vielen Sportarten nicht existiert. Was ein Markt anbietet, ist ein Preis, keine Vorhersage.

Inhalt erstellt vom Team «Serie A Wetten»