Gratiswette ohne Einzahlung — der Wert entscheidet sich in den Bedingungen, nicht in der Schlagzeile
Eine Gratiswette ohne eigene Einzahlung ist kein Geschenk. Sie ist eine Wette, die jemand anders bezahlt hat, und dieser jemand schreibt die Regeln auf. Bei einer Freebet wird der Einsatz nicht mit dem Gewinn ausgezahlt: Wer mit einem 10-€-Freiwettschein auf Quote 2,00 gewinnt, bekommt 10 € gutgeschrieben, nicht 20 €. Dazu kommen Mindestquote, Frist und manchmal Umsatzbedingungen. Wer das vorher weiß, liest Angebote anders — und genau darum geht es hier.

Stand: 30. Oktober 2026. Die Erlaubnisangaben sind gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen.
Die zehn Freebet-Anbieter mit GGL-Erlaubnis im Vergleich
Es gibt in Deutschland keinen Marktplatz, auf dem ein Wettanbieter eine echte Freebet ohne jede Einzahlung an Neukunden verschenkt. Was es gibt, sind Willkommensangebote mit unterschiedlich strengen Hürden, und die Hürde ist der Preis. Dieses Verzeichnis ordnet zehn Anbieter danach, was ihre Angebote den Kunden kosten — nicht danach, wie groß die Zahl auf dem Werbebanner ist.

Die Reihenfolge folgt keinem Gütesiegel. Sie folgt der Frage, wie viel man mitbringen muss, um überhaupt in den Genuss der beworbenen Summe zu kommen. Genau dort liegen die Unterschiede.
| Anbieter | Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit | Was das Angebot verlangt |
|---|---|---|---|
| Interwetten | geführt; Interwetten Gaming Limited | 02.11.2020 | Cash-Out für Freebets und Bonusgeld nicht verfügbar |
| ODDSET | geführt; Oddset Sportwetten GmbH | 18.11.2020 | Erlaubnis über das Regierungspräsidium Darmstadt |
| Tiptorro | geführt; Torro Tec Limited | 30.06.2021 | Betreibergesellschaft mit Sitz in Malta |
| Tipico | geführt; Tipico Co. Limited | 09.10.2020 | im Vergleich zu den übrigen Anbietern das knappste Erlaubnisdatum |
| bpremium | geführt; Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 | Bonusgewinne erst nach Umsatz des Fünffachen von Bonus und Einzahlung |
| bet-at-home | geführt; Bet-at-home.com Internet Limited | 02.11.2020 | an eine WM-Aktion gebundene Gratiswette mit festem Platzierungsfenster |
| MERKUR BETS | geführt; Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 | Freebet aus der Club-Aktion, kurze Fristen, kein Cash-out |
| LeoVegas | geführt; LVSports Limited | 21.10.2024 | jüngste Erlaubnis im Feld, Sportwetten-Permit |
| Bet3000 | geführt; I.B.C. Sportsbetting Limited | 22.04.2026 | Erlaubnis erst im Frühjahr 2026 erteilt |
| VBet | geführt; SCGO Limited | 05.12.2023 | Betreibergesellschaft mit Sitz in St. Julian’s, Malta |
Alle zehn Domains stehen auf der Whitelist unter einem Sportwetten-Permit. Die Liste trägt keine Enddaten; sie zeigt Erlaubnisdaten, und aus einem Erlaubnisdatum lässt sich keine Restlaufzeit ableiten. Ein Anbieter mit einem Casino-Permit ist damit noch kein Sportwettenanbieter, und ein Casino-Limit ist kein Wettlimit — die Genehmigungen sind getrennt.
Wer die Tabelle nur überfliegt, sieht ein Feld von Namen und Daten. Wer sie liest, sieht, dass die letzte Spalte die eigentliche ist. bpremium verlangt das Fünffache des Bonusbetrags und zusätzlich das Fünffache der zugehörigen Einzahlung, bevor Bonusgewinne ausgezahlt werden, und zwar bei Dezimalquoten ab 1,7. VBet, LeoVegas, Tiptorro und Tipico treten in dieser Spalte nur mit dem auf, was ihre Erlaubnis über sie sagt — über Bonusbedingungen lässt sich daraus nichts schließen, und wer dort spielen will, liest die Aktionsregeln auf der Anbieterseite.
Ein Anbieter trägt in der letzten Spalte einen steuerlichen Vermerk, ein anderer einen Fristvermerk. Das ist kein Zufall und keine Lücke: Die deutsche Regulierung schreibt keine Bonusbedingungen vor. Es gibt keine Vorschrift im Glücksspielstaatsvertrag, die einen Willkommensbonus begrenzt oder seine Umsatzbedingungen festlegt. Beträge, Fristen und Mindestquoten stehen ausschließlich in den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Wer zwei Angebote vergleicht, vergleicht also zwei Privatrechtsverhältnisse.
Was eine Freebet ohne Einzahlung ist — und was nicht
Das Wort trägt eine Erwartung mit, die es nicht einlöst. Eine Gratiswette, Freiwette oder Freebet ist ein Guthaben, mit dem eine Wette platziert werden kann, ohne dass der Spieler den Einsatz selbst eingezahlt hat. Der Haken sitzt im Auszahlungsmechanismus: Gewinnt die Wette, wird nur der Reingewinn ausgezahlt. Bei einem Gewinn auf Quote 2,10 bleibt vom 10-€-Freiwettschein eine Gutschrift von 11 € übrig, nicht 21 €. Der Einsatz verschwindet, weil er nie dem Konto des Spielers gehört hat.

Diese Mechanik ist der Grund, warum eine Freebet in einigen Punkten einer gewöhnlichen Wette gleicht und in anderen nicht. Die Quote wirkt normal, die Auszahlung nicht. Ein Wettanbieter, der Freiwettscheine ausgibt, rechnet sie als Marketingkosten, und diese Kosten sind kleiner als der beworbene Betrag — genau um den Einsatzanteil jedes Gewinns.
Bei den zehn hier betrachteten Anbietern sieht das praktisch so aus: Bet365 bewirbt auf bet365.de für Neukunden „bis zu 100 € in Wett-Credits“, die nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigegeben werden; Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht. Es ist damit keine Freebet ohne Einzahlung im engen Sinn, sondern ein Credit, das an eine Einzahlung gekoppelt ist. Das Willkommensangebot von Winamax verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets — die Einzahlung selbst muss zur Auszahlung aber einmal umgesetzt werden, mit einer Obergrenze der Umsetzung von 100 € und einer Mindestquote von 1,05.
Dasselbe Muster bei MERKUR BETS: Eine Freebet über 25 € gab es bei Ersteinzahlung ab 1 €, wobei zusätzlich der Einsatz einer verlorenen ersten qualifizierenden Kombiwette bis 75 € als Freebet erstattet wurde, sofern vorher im Wettschein die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde. Die beworbene Summe ist die Obergrenze, nicht der Regelwert — und die Obergrenze erreicht nur, wer die erste Wette verliert.
Wer die freie Wette dagegen als echten Nulltarif sucht, landet bei Aktionen wie der von bet-at-home: Eine 10-€-Gratiswette auf den Sieger der FIFA WM 2026 galt für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 09.06.2026 über den Promotion-Link registrierten; platziert werden musste die Wette bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr, Gewinne daraus unterlagen keinen Umsatzbedingungen. Zwei Bedingungen also, die nichts kosten und alles entscheiden: rechtzeitig registriert, rechtzeitig platziert. Danach ist der Zug weg.
Die drei Stellschrauben sind damit benannt. Die Mindestquote legt fest, wie viel Risiko die Wette tragen muss, damit sie überhaupt qualifiziert. Die Frist legt fest, wie viel Planung sie verlangt. Die Umsatzbedingung legt fest, wie oft das Guthaben durch den Markt muss, bevor etwas davon ausgezahlt wird. Keine dieser Größen steht in der Schlagzeile.
Ein Nebenaspekt, den fast niemand auf dem Zettel hat: Eine Freebet ist bei mehreren Anbietern nicht cash-out-fähig. Bei Interwetten ist Cash-Out für Freebets und Bonusgeld nicht verfügbar. Bei MERKUR BETS ist bei einer mit Freebet platzierten Wette kein Cashout möglich, bei einem Gewinn wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt, und die Freebet gilt nicht für Wetten mit Quotenboost. Bei Sportingbet ist Cash Out nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich, nicht bei Systemwetten und nicht bei als FreeBet abgeschlossenen Wetten. Bei Winamax fällt Cashout ausdrücklich für mit Freebets platzierte Wetten weg. Vier Anbieter, ein Ergebnis: Der Freiwettschein nimmt dem Spieler die Notbremse, die das bezahlte Guthaben hat. Das ist ein echter Kostenposten, auch wenn er in keiner Zahl erscheint.
Wie die Erlaubnis das Angebot prägt: Whitelist, Verbote, Grauzone
Der erste Test einer Freebet ist nicht ihre Höhe. Es ist die Frage, ob der Anbieter überhaupt eine Sportwette vermitteln darf. Zuständig ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale), tätig unter dem Glücksspielstaatsvertrag 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021. Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis für die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet, sie beaufsichtigt, und sie kann Bußgelder verhängen. Die Steuer ist Sache des Finanzamts, nicht der Behörde.
Der einzige belastbare Nachweis ist die offizielle Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Auf der Liste standen zum Stichtag 02.10.2026 dreißig Einträge: siebenundzwanzig Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich für Pferdewetten, und drei Inhaber ausschließlich für Pferdewetten. Alle aufgeführten Domains sind .de-Domains — eine .de-Endung allein beweist allerdings nichts. Eine Ersterlaubnis läuft fünf Jahre; die Whitelist zeigt nur Erteilungsdaten und nie ein Enddatum.
Dass Bet365-Angebote in Deutschland beworben werden können, hat einen Grund, der auf der Whitelist steht: Als Anbieter von bet365.de führt die Liste die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta. Nicht die Marke also, sondern die Gesellschaft, und das ist bei jeder Whitelist-Prüfung der eigentliche Blickpunkt.
Was in Deutschland gewettet werden darf, ist eng gezogen. Erlaubt sind Festquotewetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Begebenheiten innerhalb eines Ereignisses, als Einzel- oder Kombinationswette, und nur in den von der Behörde zugelassenen Wettarten des jeweiligen Sportwettprogramms. Bei laufenden Ereignissen sind nach § 21 Abs. 4 nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten möglich, in denen solche Ereignisse selten sind: nächstes Tor im Fußball ja, nächster Satz im Tennis ja; nächster Punkt im Tennis und nächster Korb im Basketball nein. Gesperrt sind Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind — in der Praxis der Behörde zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich —, ferner manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. E-Sport ist nach Auskunft der Behörde nicht wettbar, weil er nicht als Sport anerkannt ist; ein lizenziertes E-Sport-Wettangebot gibt es in Deutschland nicht. Auszahlungen erfolgen erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses.
Für die Frage nach der Gratiswette ist der entscheidende Satz ein anderer: Der Glücksspielstaatsvertrag enthält keine Norm, die einen Sportwettenbonus festsetzt oder begrenzt. Wer Bedingungen wie eine Mindestquote oder eine Umsatzhöhe für unangemessen hält, wird sie nicht bei der Aufsichtsbehörde beanstanden können. Sie sind Vertrag.
Bewerben darf Sportwetten nur ein Erlaubnisinhaber nach § 5 Abs. 7. Werbung ist an bestimmten Orten untersagt. Das 06:00-21:00-Uhr-Verbot des § 5 Abs. 3 Satz 1 betrifft Virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele — nicht Sportwetten. Für Sportwetten gilt anderes: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während dessen Live-Übertragung im selben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz.
Ohne deutsche Erlaubnis ist das Angebot von Sportwetten an Personen in Deutschland unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Erlaubnis hat hierzulande keine Bedeutung. Die Behörde hat das am 17. September 2026 ausdrücklich getan und Verbraucherinnen und Verbraucher vor der Teilnahme an illegalen Angeboten „wie etwa Platincasino“ gewarnt. Wer trotzdem bei einem nicht gelisteten Anbieter eine „Freebet ohne Einzahlung“ einlöst, löst sie bei einer Plattform ein, die weder an die Sperrdatei noch an die Limitdatei angeschlossen ist.
Strafrechtlich stehen das Veranstalten nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe und die Werbung mit bis zu einem Jahr, die Teilnahme nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verfolgungen einzelner Spieler sind nicht belegt — das ist weder ein Freibrief noch ein Grund zur Dramatisierung. Zivilrechtlich haben Gerichte in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt; die Frage ging vom Bundesgerichtshof an den Europäischen Gerichtshof. Der BGH legte dem EuGH am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten, mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Zugesagt ist damit nichts: Rückzahlungen sind Ergebnisse einzelner Verfahren, keine Zusage an die Allgemeinheit.
Der Vergleich der beiden Welten lautet in einem Satz: Kein deutsches Permit bedeutet keine Sperrdatei und keine Limitdatei, keine deutsche Aufsicht und höhere Limits; ein Whitelist-Eintrag bedeutet Rechtssicherheit und Spielerschutz — und dafür das Einzahlungslimit, eingeschränkte Live-Märkte, die vollständige Verifizierung und Zahlungen vom eigenen Konto.
Was die Gratiswette von Spielerschutzpflichten freistellt: nichts
Hundert Anbieter, hundert Bedingungen — und für alle dieselben Schutzregeln. Die Teilnahme ist ab 18 Jahren möglich. Ein Konto pro Anbieter, mit vollständiger Verifizierung. Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel ermöglichen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Wer eine Freebet ohne Einzahlung sucht, weil er keine Zahlungsdaten hinterlassen will, kommt damit nicht durch: Ohne Verifizierung gibt es kein Geld aus dem Konto, auch kein gewonnenes.
Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 GlüStV beträgt standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, darf für einen einzelnen Spieler ein höheres Limit setzen — bis 10.000 €, in der Spanne 10.000 bis 30.000 € für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spieler — aber nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit; eine Selbstauskunft genügt nicht. Ein gesenktes Limit gilt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen.
Ein Wort zur Klarstellung, weil es die Bedingung ist, die Fehldeutungen produziert: Dieses Limit gilt für Anbieter, die unter deutschem Regime lizenziert sind, und es gilt für Einzahlungen. Eine Gratiswette ist eine Wette, keine Einzahlung. Das Limit wird durch sie nicht verbraucht. Die Sperrdatei und die Limitdatei greifen trotzdem: Wer sich über OASIS selbst gesperrt hat, wird beim Registrieren und beim Einloggen abgeglichen, auch wenn er nur eine Gratiswette spielen wollte. Die Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler einen Zeitraum angibt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton löst sofort eine 24-Stunden-Sperre aus. Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist nach § 6h GlüStV untersagt und wird über die Aktivitätsdatei überwacht.
Für Zahlungen nach § 6b Abs. 4 gilt: nur von einem Zahlungskonto auf den Namen des Spielers bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht zugelassen — das ist der Mechanismus, der Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem lizenzierten deutschen Wettmarkt heraushält. Das Guthaben der Spieler liegt auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird es innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt.
Der praktische Hinweis für Gratiswettensucher: Ein Gewinn aus einer Freebet wird nicht kostenlos ausbezahlt, sondern zuerst gegen dieselben Regeln geprüft wie jeder andere Gewinn. Wer keine Ausweisdaten für die Verifizierung vorlegen will und deshalb bei einem Offshore-Anbieter mit einer „Freebet ohne Einzahlung“ liebäugelt, tauscht die Verifizierung gegen den Verzicht auf Sperrdatei, Limitdatei und deutsche Rechenschaftsmöglichkeit. Der Preis dieser Bequemlichkeit ist schlecht kalkuliert. Wer Einsätze ab 1 € spielen will, soll das im lizenzierten Markt tun — und nachlesen, was das Regierungspräsidium Darmstadt und die Gemeinsame Glücksspielbehörde zu dem Haus schreiben, bei dem er sich anmeldet.
Was eine Gratiswette tatsächlich abwirft: die Rechnung hinter dem Werbewort
Nun zu der Rechnung, die kein Anbieter in seine Aktionsbedingungen schreibt. Die Grundlage ist ein Freiwettschein, dessen Einsatz nicht erstattet wird, platziert auf einem Markt mit zwei gleich wahrscheinlichen Ausgängen zu je Quote 1,90. Zwei Ausgänge, zwei Quoten von 1,90 — das ist ein Beispiel, kein abgeschriebenes Angebot, und es dient nur dazu, eine Größenordnung sichtbar zu machen.
Zuerst der Auszahlungsanteil dieses Marktes. Ein Markt mit zwei Ausgängen zu 1,90 und 1,90 gibt rechnerisch einen Anteil von rund 95,2 % der Einsätze zurück, und die Marge des Veranstalters liegt damit knapp unter 5 %. Der genaue Wert: 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte beider Quoten ergibt etwa 0,952, also einen Auszahlungsanteil von 95,2 % und eine Marge von 4,8 %. Wer stattdessen Quoten von 1,85 und 1,85 vergleicht, landet bei 92,5 % Auszahlungsanteil — die Marge wächst auf 7,5 %, und dieser Unterschied spielt bei jeder einzelnen Wette mit, auch bei einer geschenkten.
Jetzt der Wert des Freiwettscheins selbst. Angenommen werden ein Freiwettschein über 10 €, ein Markt mit dem Auszahlungsanteil von 95,2 % und ein Platzierungsverhalten, das systematisch auf Quoten um 1,90 setzt. Die Rechnung lautet: Freiwettschein-Betrag multipliziert mit Quotenminus eins, geteilt durch die Quote, multipliziert mit dem Auszahlungsanteil des Marktes. Mit 10 €, Quote 1,90 und einem Auszahlungsanteil von 95,2 % ergibt das 10 mal 0,90 geteilt durch 1,90 mal 0,952 — und damit einen durchschnittlichen Wert von rund 4,50 €.
Das ist ein statistischer Erwartungswert über viele Wetten unter diesen Annahmen, kein Ergebnis, das eine einzelne Wette liefert, und keine Zusage. Aber die Aussage ist robust: Ein beworbener Zehner ist im Schnitt rund viereinhalb Euro wert. Wird systematisch auf die kürzeste zulässige Quote gesetzt, sinkt dieser Wert weiter, denn Faktoren wie 1,30 und 1,50 drücken den Bruch aus Quotenminus eins und Quote nach unten. Bei Quote 1,30 beträgt der Wert nur noch knapp zwei Drittel dessen, was bei 1,90 herauskommt. Bei einer Quote von 2,50 steigt er in Richtung des Nominalbetrags — womit auch klar ist, warum hohe Mindestquoten aus Sicht des Veranstalters eine Schutzklausel sind und aus Sicht des Spielers die Bedingung, auf die es ankommt.
Bei Umsatzbedingungen wird die Rechnung unangenehmer. Wer für einen Bonus erst Umsatz machen muss, spielt die Bedingungen nicht gratis ab: Jede platzierte Wette zahlt die Marge des Marktes. Ein Bonus von 100 €, der zur Freigabe mit Fünffachem von Bonus und Fünffachem der zugehörigen Einzahlung umgesetzt werden muss — wie es bpremium in seinen Nutzungsbedingungen beschreibt, mit Dezimalquoten ab 1,7 — bringt bei einer Einzahlung von 100 € einen Umsatzbedarf von 1.000 €. Bei einem Markt mit rund 5 % Marge kostet allein das Durchspielen dieses Umsatzes im Schnitt etwa 50 €. Der beworbene Hunderter ist damit ein Angebot mit einem statistisch erwarteten Preis von rund der Hälfte seines Nennwerts.
Bei einer Freebet, deren Einsatz nicht zurückgezahlt wird, sieht die Rechnung anders aus, weil der Einsatz nicht dem Spieler gehört. Ein Freiwettschein über 10 €, kein einziges Mal umzusetzen, sondern einfach platziert, kostet den Spieler nichts. Wer den Schein verfallen lässt, verliert nichts außer der Gelegenheit. Der Unterschied zwischen diesen beiden Konstruktionen — Bonus mit Umsatzbedingung und Freebet ohne — ist die eigentliche Trennlinie des Marktes, und er ist um Größenordnungen wichtiger als die Differenz zwischen 25 € und 100 € Nennwert.
Die Fristen und die Bedingungen, die den Wert auffressen
Eine Freebet ist ein verderbliches Gut. Die Aktion von MERKUR BETS aus dem eigenen Club gibt ein Beispiel für das Tempo: Die Freebet über 5 € wird für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € am Montag der Folgewoche ausgezahlt; die Aktion selbst lief vom 09.06.2025 bis 14.07.2025. Wer daran teilnehmen wollte, hatte also nicht nur eine Wette zu platzieren, sondern einen Wocheneinsatz über die Mindestgrenze zu tragen.
Und dann die Fristen danach: Diese Freebet muss innerhalb von 3 Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert werden und verfällt, wenn sie nicht innerhalb von 7 Tagen nach Erhalt genutzt wird. Sie gilt nur für Einzel- oder Kombinationswetten, System- und Mehrwegwetten sind nicht zulässig. Drei Tage zum Aktivieren, sieben zum Einsetzen — wer am Wochenende keine Zeit hat, verliert sie.
Bei bet-at-home war das Fenster ähnlich fest gezurrt: Registrierung ab 09.06.2026, Platzierung bis 28.06.2026 um 18:00 Uhr. Wer die Anmeldung verschob, hatte keine Wette mehr zu platzieren.
Ein ganz anderes Muster zeigt der Wettstar-Neukundenbonus mit insgesamt bis zu 40 €: 20 € werden nach der Anmeldung gutgeschrieben, dazu kommt ein Einzahlungsbonus von 100 % der Einzahlung bis höchstens 20 € bei einer Mindesteinzahlung von 1 €, und beide Bonusbeträge sind nicht auszahlbar. Der Haken kommt danach: Der Bonus muss vor einer Auszahlung mindestens fünfmal für Wetten eingesetzt werden, und zwar innerhalb von 60 Tagen; danach verfällt der Bonusbetrag. Angebot gilt nur für Personen ohne bestehendes Wettstar-Konto.
Wer die Fristen zusammenzählt, sieht ein Muster: Die kurzen Fenster sitzen an den kleinen Beträgen, die als Lockmittel dienen. Der Betrag ist die Werbefläche, die Frist ist der Vertrag. Wer eine Aktion plant, liest zuerst die Uhr und danach die Zahl.
Ein weiteres Wort zu den Fehlanreizen, das an dieser Stelle hingehört: Eine Umsatzbedingung ist kein Anreiz zum Spielen, sondern eine Forderung. Eine geforderte Kombiwette mit Mindestquote 1,21 je Auswahl, wie MERKUR BETS sie für den Kombi-Boost verlangt — 5 % Bonus ab fünf Auswahlen, je weitere Auswahl ein Prozentpunkt mehr, höchstens 30 % ab 30 Auswahlen, Live-Wetten mit Boost grundsätzlich nicht erlaubt —, verwandelt einen Wunsch in eine Bedingung, die ein Wettender erfüllen muss, um eine Zulage zu erhalten, die nur bei Gewinn fällig wird.
Die Anbieter: zehn Häuser, zehn Angebotslogiken
Die folgenden Abschnitte nehmen jeden Anbieter einzeln durch. Sie beschreiben, was das Haus nach seinen eigenen deutschen Bedingungen anbietet, und sie bewerten es. Die Reihenfolge ist die Reihenfolge der Übersichtstabelle, und die Bewertung ist die des Autors, nicht die Werbung des Hauses.
Interwetten: Whitelist-Anbieter, bei dem Bonusgeld nicht aussteigen kann
Interwetten Gaming Limited hält die Sportwetten-Erlaubnis für Interwetten.de seit dem 02.11.2020, mit einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. Das Haus gehört damit zu den Anbietern der ersten Stunde im regulierten Markt.
Der interessante Eintrag bei Interwetten steht nicht in der Bonusschlagzeile, sondern in den Sportsbook-Regeln: Interwetten kann Cash-Out-Angebote ohne vorherige Ankündigung widerrufen oder deaktivieren, und für Freebets und Bonusgeld ist Cash-Out nicht verfügbar. Wer eine Gratiswette platziert und das Spiel dreht sich gegen ihn, kann nicht aussteigen.
Das ist mehr als eine Fußnote. Cash-Out ist für viele Spieler der einzige Mechanismus, mit dem sie einen laufenden Wettschein korrigieren können, und ein Anbieter, der ihn bei Bonusgeld streicht, entzieht dem Freiwettschein genau diesen Ausweg. Bezahltes Guthaben und Freiwettschein sind damit zwei verschiedene Produkte mit verschiedenen Notausgängen. Wer die Gratiswette als Testlauf für ein Haus nutzt, sollte das wissen: Die Freiheit, die er später für sein eigenes Geld hat, hat er beim Bonusgeld nicht.
ODDSET: die Erlaubnis aus Darmstadt, staatlich geprägt
Die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb erteilte das Regierungspräsidium Darmstadt mit Bescheid vom 15.12.2022 der ODDSET Sportwetten GmbH, nach einem Ersterlaubnisdatum vom 18.11.2020. Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder in Halle (Saale).
Die ODDSET-Erlaubnis deckt ausdrücklich zwei Vertriebswege ab: Internet und stationären Vertrieb. Für Gratiswetten ist diese Doppelung relevant, weil sie eine andere Anbieterkategorie beschreibt als bei den reinen Online-Buchmachern. Ein Haus, das Wetten auch in Annahmestellen vermittelt, hat Kundengruppen, die eine App nicht erreicht, und eine Aktionskette, die mit Schein und Kasse funktioniert.
Ob ODDSET eine Gratiswette ohne Einzahlung führt, steht nicht in den hier ausgewerteten Bedingungen — und das ist auch nicht die entscheidende Frage. Wer das prüft, schaut in das Sportwettprogramm des Anbieters und in seine Aktionsbedingungen und liest dort die drei Größen nach, die den Wert bestimmen: Höhe, Frist, Mindestquote. Der Wert dieses Anbieters liegt in der Kombination aus langer Erlaubnishistorie und einer Vertriebsstruktur, die nicht nur auf Online-Neukunden angewiesen ist.
Tiptorro: Sportwetten-Permit, gehalten von einer maltesischen Gesellschaft
Als Inhaber der Sportwetten-Erlaubnis für Tiptorro.de führt die Whitelist die Torro Tec Limited, Ersterlaubnis vom 30.06.2021. Im App Store wird die Tiptorro-App von der Torro Tec Limited (Malta) angeboten, die sich dort als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder beschreibt.
Das ist die übliche Konstruktion im deutschen Markt: Die Marke ist deutsch, die Gesellschaft sitzt in Malta, die Erlaubnis ist deutsch. Für Gratiswetten spielt das indirekt eine Rolle, weil sich eine deutsche Erlaubnis auch auf das Werbeverhalten erstreckt — ein Permit-Inhaber darf nach § 5 Abs. 7 werben, ein Nicht-Inhaber nicht.
Die App-Auslieferung über den App Store bringt einen praktischen Nebenaspekt für Freebet-Suchende: Ein Angebot, das die Registrierung in der App oder über einen speziellen Link verlangt, wie es bei zeitgebundenen Aktionen regelmäßig der Fall ist, macht den Ablauf davon abhängig, ob die App auf dem eigenen Gerät installiert ist. Das ist eine Reibung, die nichts kostet, aber Planung verlangt.
Tipico: etabliert, aber ohne Bonus in den hier ausgewerteten Bedingungen
Die Tipico Co. Ltd. hat ihren Sitz im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta und wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle gegründet. Auf der Whitelist steht die Marke Tipico.de mit einer Ersterlaubnis vom 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 09.12.2022.
Die Marke ist die bekannteste im Feld, und sie ist gleichzeitig die, deren Sportwetten-Erlaubnis hier am kürzesten datiert ist — kaum älter als die von bpremium, und jünger als der Beginn des regulierten Marktes vermuten ließe. Wer aus der Bekanntheit auf ein besonders langes Permit schließt, irrt sich.
Ein Tipico-spezifisches Bonusangebot führen die ausgewerteten Bedingungen nicht. Wer hier eine Gratiswette sucht, tut es vergeblich auf dieser Seite: Das Angebot muss in den Aktionsbedingungen des Hauses stehen, und was dort nicht steht, kann keine Vergleichstabelle herbeizaubern.
In Erinnerung ist die Marke in diesem Zusammenhang trotzdem, und zwar durch ein Verfahren: Im Vorlageverfahren des BGH (Az. I ZR 90/23) geht es um mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018. Es geht, genauer gesagt, um die Frage, ob ein Betroffener sein Geld von einem Anbieter zurückverlangen kann, dessen Angebot die deutsche Erlaubnis in jenen Jahren nicht hatte. Für niemanden ist daraus ein Anspruch ableitbar; es zeigt nur, wie weit die zivilrechtliche Aufarbeitung zurückreicht.
bpremium: die Bonus-Umsatzbedingung, die fünfmal zählt
Als Veranstalter von Bpremium.de führt die Whitelist die Ladbrokes (Deutschland) Limited, Ersterlaubnis vom 09.10.2020, Folgeerlaubnis vom 21.12.2022. Für die Frage nach dem Preis eines Bonus ist bpremium der instruktivste Anbieter im Feld.
Erstens die gewerblichen Bedingungen: Bonusgewinne aus Sportwetten können laut Nutzungsbedingungen erst nach dem Fünffachen des Bonusbetrags und dem Fünffachen der zugehörigen Einzahlung bei Dezimalquoten ab 1,7 ausgezahlt werden; Angebote sind, sofern nicht anders angegeben, nur einmal nutzbar. Zweitens die Mindestquote: 1,7 ist keine Kleinigkeit. Wer mit einer kürzeren Quote spielt, um sicher zu sein, erfüllt die Bedingung nicht und kommt nicht voran.
Drittens der Kontoeffekt: Die Forderung bezieht sich auf zwei Basen — den Bonus und die Einzahlung. Wer 100 € einzahlt und 100 € Bonus erhält, muss nicht 500 € umsetzen, sondern 1.000 €, wenn das Fünffache beider Basen verlangt wird. Das ist der Punkt, an dem ein Bonus von seinem Nennwert abrückt. Rechnet man mit rund 5 % Marge auf dem durchgespielten Umsatz, liegt der erwartete Preis dieses Durchspielens im Schnitt bei ungefähr 50 €. Bei einem Markt mit einer Marge von 7,5 % — was Quoten von 1,85 und 1,85 entsprechen — sind es rund 75 €.
Nichts davon ist ein Skandal. Es ist eine transparente Bedingung, und man findet sie in den Bedingungen des Anbieters. Es ist nur eine Zahl, die in keiner Werbung steht.
bet-at-home: Nulltarif unter Bedingungen
Die Erlaubnis für Bet-at-home.de liegt bei der Bet-at-home.com Internet Limited, Ersterlaubnis vom 02.11.2020, Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Für die Frage nach einer Freebet ohne Einzahlung ist dieser Anbieter der klarste Fall im Feld.
Die 10-€-Gratiswette auf „Sieger der FIFA WM 2026“ galt für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 09.06.2026 über den Promotion-Link registrierten; platziert werden musste die Wette bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr, und Gewinne daraus unterlagen keinen Umsatzbedingungen. Keine Einzahlung, keine Umsatzhürde, keine Frist zum Umsetzen — nur eine Frist zum Platzieren.
Der Nutzen dieses Angebots liegt in genau dieser Struktur. Weil der Einsatz nicht dem Spieler gehört und keine Umsatzbedingung auf dem Gewinn lastet, sinkt der erwartete Preis auf null; die einzige nennenswerte Hürde ist der Kalender. Wer den Zeitraum kennt, verliert nichts, außer der Gelegenheit.
Und der Preis der Aktion liegt auf der anderen Seite: Der Aktionszeitraum war ein WM-Zeitraum, und wer später auf die Seite kommt, findet dieselbe Aktion nicht mehr. Solche Nulltarif-Angebote sind Momentaufnahmen, keine Dauerangebote. Wer sie sucht, muss die Seite eines Anbieters regelmäßig öffnen, nicht eine Vergleichstabelle.
MERKUR BETS: zwei Konstruktionen, zwei unterschiedliche Fallen
Die Sportwetten-Erlaubnis für MERKUR BETS liegt bei der Merkur Bets Malta Limited, Ersterlaubnis vom 06.11.2023. Der Anbieter zeigt die beiden Angebotslogiken des Marktes in einem Haus: einen Neukundenbonus mit verschiedenen Komponenten und eine Vereinsaktion mit harten Fristen.
Für das Neukundenangebot ist der Aufbau beachtenswert. Es gab bei einer Ersteinzahlung ab 1 € eine Freebet über 25 €; verlor man die erste qualifizierende Kombiwette, wurde der Einsatz bis 75 € als Freebet erstattet, sofern im Wettschein vorher die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde. Die erste Komponente ist also ein Guthaben, das bei Verlust der ersten qualifizierenden Wette erstattet wird — eine Verlustversicherung in Form einer Gratiswette, die jedoch keine Garantie auf Gewinne oder Auszahlungen bietet. Zwei ganz verschiedene Mechanismen unter einem Namen, und die maximale Summe erreicht nur, wer die erste Wette verliert. Wer die erste Wette gewinnt, hat weniger bekommen als die beworbene Obergrenze.
Für die Club-Aktion gilt das strenge Regime: Freebet über 5 € für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und Gesamtquote ab 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 €, Freigabe am Montag der Folgewoche, Aktion vom 09.06.2025 bis 14.07.2025. Aktivierung innerhalb von 3 Tagen unter „Meine Boni“, Verfall nach 7 Tagen, nur Einzel- und Kombinationswetten. Bei einer Freebet-Wette kein Cashout, Gewinn abzüglich Freebet-Einsatz, und die Freebet gilt nicht für Wetten mit Quotenboost.
Der Kombi-Boost trägt zwar einen großen Prozentsatz im Namen, ist aber keine Gratiswette: 5 % Bonus ab fünf Auswahlen, je weitere Auswahl ein Prozentpunkt mehr, höchstens 30 % ab 30 Auswahlen, Mindestquote je Auswahl 1,21, Live-Wetten mit Boost grundsätzlich nicht erlaubt. Wer 30 Auswahlen mit je mindestens 1,21 zu einer Kombi zusammenfügt, hat eine einzige Wette gebaut, deren Wahrscheinlichkeit, alle Legs zu gewinnen, verschwindend klein ist. Der Prozentsatz ist eine Belohnung fürs Risiko, nicht für Umsatz.
LeoVegas: jüngste Erlaubnis im Feld, kurze Historie
Für Leovegas.de ist auf der Whitelist der GGL die LVSports Limited als Betreiberin geführt, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 und für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023. Damit gehört das Haus zu den jüngsten Sportwetten-Permits der Liste.
Die Unterscheidung zwischen den beiden Daten ist für Wettende nicht unwesentlich. Eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele ist keine Sportwetten-Erlaubnis; die Gesellschaft hat beide, aber sie ist damit nicht in beiden Bereichen gleich. Ein Casino-Limit ist kein Wettlimit, und die Regeln der Automatenspiele — etwa die Umfänge der Spielbankabgabe und die Vorgaben zur Spielgeschwindigkeit — gelten nicht für Sportwetten.
Für Gratiswetten heißt das: LeoVegas ist ein Anbieter mit einer kurzen Sportwetten-Historie in Deutschland. Wer sein Wettkonto hier eröffnet, ist bei einem Haus, das im Sportwettenbereich noch kein über Jahre gewachsenes Aktionsprogramm aufgebaut hat. Ob eine Gratiswette ohne Einzahlung Bestandteil des Willkommenspakets ist, ist eine Momentaufnahme der Aktionsbedingungen und keine dauerhafte Eigenschaft des Hauses.
Bet3000: Erlaubnis erst im Frühjahr 2026
Als Veranstalter der Sportwetten unter Bet3000.de führt die GGL die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema auf Malta; die Erlaubnis für Bet3000.de ist dort mit dem Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet.
Damit hat das Haus die jüngste Sportwetten-Erlaubnis in dieser Zehnergruppe — jünger als die von LeoVegas, und jünger als die vieler Anbieter, die gar nicht in dieser Liste stehen. Das ist für Wettende ein Hinweis auf den Reifegrad des Angebots, nicht auf seine Qualität: Ein Haus, das seit dem Frühjahr 2026 im regulierten Markt ist, hat noch kein Aktionsprogramm aufgebaut, das über mehrere Jahre gewachsen ist. Wer die ersten Monate eines Anbieters begleitet hat, weiß, wie schnell sich Bedingungen ändern können.
Für Deutschland gilt auch hier die Zahlungseinschränkung des § 6b Abs. 4: nur von einem Konto auf eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Das ist keine Besonderheit von Bet3000, aber es ist die Bedingung, an der die Bewegungsfreiheit eines neuen Kontos hängt.
VBet: konstanter Betreiber, konventionelle Struktur
Die SCGO Limited, Veranstalterin der Sportwetten unter Vbet.de, hat ihren Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, STJ 4010, St. Julian’s, Malta; die GGL verzeichnet die Sportwetten-Erlaubnis für Vbet.de seit dem 5. Dezember 2023. Ein Erlaubnisdatum aus der zweiten Hälfte am jüngeren Rand des Feldes, gut ein Jahr älter als die von LeoVegas.
Für die Frage nach einer Freebet ohne Einzahlung ist VBet ein Haus ohne besondere Auffälligkeit im hier ausgewerteten Material — und das ist keine Abwertung. Wer sein Konto in einem regulierten Markt eröffnet, wählt zwischen Häusern, die sich in Details unterscheiden: in der Zahl der Zahlungswege, in der Reaktionszeit des Supports, in der Gestaltung des Wettscheins. Diese Details stehen nicht auf einer Bonusschlagzeile, sie zeigen sich in den ersten Wochen.
Wer eine Gratiswette sucht, prüft die Aktionsbedingungen des Anbieters und ihre drei Größen. Alle anderen Angaben über VBet sind in diesem Rahmen Angaben zur Erlaubnis und zur Gesellschaftsstruktur — nicht Angaben zum Bonus.
Die vier Fragen, an denen sich jede Gratiswette entscheidet
Wer nach diesem Durchgang eine Gratiswette ohne Einzahlung sucht, hat eine Reihenfolge zu erledigen. Die Reihenfolge ist nicht beliebig, und sie ist nicht dieselbe wie die Reihenfolge der Werbung.
Die Erlaubnis kommt zuerst. Wer auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder nicht steht, kommt nicht in Frage, ganz gleich, was auf dem Banner steht. Das ist der einzige Testpunkt, der von der Behörde selbst geführt wird und den man selbst mit einem Blick überprüfen kann.
Dann die Konstruktion. Ist der beworbene Betrag ein Bonus, an dessen Auszahlung eine Umsatzbedingung geknüpft ist, oder ein Freiwettschein, dessen Einsatz nicht ausgezahlt wird, aber auch nichts kostet? Zwischen diesen beiden liegen die Größenordnungen, die den Wert ausmachen. Ein Bonus mit hoher Forderung kann weniger wert sein als ein kleiner Freiwettschein ohne Forderung.
Dann die drei Zahlen: Höhe, Mindestquote, Frist. Eine hohe Mindestquote ist ein Risikoaufschlag. Eine kurze Frist ist eine Planungsanforderung, die am Wochenende scheitert.
Und zuletzt die Auszahlungsfreiheit: Auszahlungsanforderungen, die erst nach Erfüllung von Umsatzbedingungen erfüllt sind, und die Bedingung, dass alle gespielten Ereignisse abgeschlossen sein müssen. Bei Tipwin hängt eine Auszahlung nicht nur an einem Umsatz, sondern auch daran, ob noch ein Restguthaben über 1 € auf dem Konto liegt. Solche Klauseln sind der Grund, warum der Blick in die Bedingungen sich immer lohnt.
Das ist die Kette. Erlaubnis, Konstruktion, Zahlen, Auszahlungsfreiheit — in dieser Reihenfolge. Der Rest ist Werbung.
Häufige Fragen zu Freebet ohne Einzahlung
Gibt es bei lizenzierten Anbietern in Deutschland eine Freebet ohne Einzahlung?
Ja, es gibt sie, und sie sind an eine Aktionsstruktur gebunden. Bei bet-at-home etwa stand eine 10-€-Gratiswette auf den Sieger der FIFA WM 2026 für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland bereit, die sich ab dem 09.06.2026 über den Promotion-Link registrierten und bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr platzierten. Entscheidend ist nicht der Betrag, sondern der Aktionszeitraum.
Wird der Einsatz einer Freebet zusammen mit dem Gewinn ausgezahlt?
Nein. Bei einer Freebet wird der Einsatz nicht mit dem Gewinn ausgezahlt. Ein Freiwettschein über 10 € auf Quote 2,10 bringt bei Gewinn 11 € Gutschrift, nicht 21 €. Bei MERKUR BETS heißt es ausdrücklich, dass bei einem Gewinn der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt wird — die Mechanik ist dieselbe.
Was bedeuten Umsatzbedingungen und Mindestquote bei einer Gratiswette?
Die Mindestquote legt fest, mit welcher Quote mindestens gespielt werden muss, damit eine Wette für die Umsatzbedingung zählt. bpremium verlangt Dezimalquoten ab 1,7, Tipwin Quoten ab 1,80. Die Umsatzbedingung legt fest, wie oft ein Betrag durchgespielt werden muss, bevor eine Auszahlung möglich ist — und kostet den Spieler die Marge jedes platzierten Marktes.
Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf den Gewinn aus einer Freebet aus?
Die Sportwettensteuer beträgt nach §§ 16-25 RennwLottG 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, das sind rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Wettenden. Ob und wie ein Anbieter sie weitergibt, entscheidet er; das steht nicht generell fest.
Woran ist zu erkennen, ob ein Anbieter mit Freebet-Aktion auf der GGL-Whitelist steht?
Die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist der einzige belastbare Test. Auf der Liste standen zum Stichtag 02.10.2026 dreißig Einträge, davon siebenundzwanzig mit Sportwetten-Erlaubnis. Wichtig ist, dass dort der Betreiber steht, nicht nur die Marke — für bet365.de etwa die Hillside (Europe) ENC. Eine .de-Domain allein beweist nichts.
Welche Fristen gelten bis zur Platzierung einer Freebet, und was geschieht danach mit dem Guthaben?
Die Fristen stehen in den Aktionsbedingungen. Bei der bet-at-home-WM-Aktion musste die Platzierung innerhalb der genannten Frist erfolgen. Die Club-Freebet von MERKUR BETS muss innerhalb von 3 Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert werden und verfällt, wenn sie nicht innerhalb von 7 Tagen nach Erhalt genutzt wird. Danach verfällt das Guthaben.
Bonus – Serie A Wetten
Inhalt erstellt vom Team «Serie A Wetten»
