Wetten auf die Tour de France: Zehn lizenzierte Anbieter und was sie wirklich kosten

Updated Oktober 2026
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Wer in Deutschland auf die Tour de France setzen will, hat eine Vorauswahl, die er nicht selbst treffen muss: Nur Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis dürfen diese Wetten überhaupt annehmen. Zehn davon sieht sich dieser Überblick genauer an. Und weil jeder von ihnen an jeder Quote verdient, steht die Marge im Mittelpunkt — nicht das Bonuspaket.

Eine leere Landstraße schlängelt sich im Morgenlicht durch einen Gebirgspass, am Straßenrand liegt ein einzelnes Rennrad im Gras.
Die Tour de France 2026 fand vom 4. bis 26. Juli 2026 mit Start in Barcelona und Ziel in Paris statt und umfasste 21 Etappen über insgesamt 3.245 km.

Datenstand: 30. Oktober 2026 · Erlaubnisse geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, Stand 2. Oktober 2026

Warum Radsportwetten in Deutschland eine Erlaubnisfrage sind

Ein Buchmacher ist im deutschen Recht kein Buchmacher. Wer gewerbsmäßig Sportwetten vermittelt oder veranstaltet, braucht dafür eine Erlaubnis — und die erteilt in der Bundesrepublik allein die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale). Grundlage ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021. Ohne diese Erlaubnis ist das Angebot unerlaubtes Glücksspiel, und zwar unabhängig davon, welche Papiere der Anbieter auf Malta, Curaçao oder Anjouan vorweisen kann. Kein anderes Land, keine Insel, keine Behörde außerhalb Deutschlands kann eine deutsche Erlaubnis ersetzen.

Ein Rennradlenker mit Bremshebeln im Nahbild, im Hintergrund unscharf eine sommerliche Hügellandschaft.
Die Tour de France wurde von der Sportzeitung „L’Auto“ gegründet; die erste Austragung begann am 1. Juli 1903 mit 60 Fahrern.

Für einen Radsportfan hat das eine unangenehme Konsequenz: Er kann eine Website nicht nach ihrer Aufmachung beurteilen. Ein sauber gestalteter Auftritt mit deutscher Sprache, deutscher Telefonnummer und Girocard-Logo beweist nichts. Das einzige echte Prüfkriterium ist die amtliche Whitelist der Behörde, geführt nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Wer dort steht, darf anbieten; wer nicht dort steht, darf es nicht. Fertig.

Was auf der Whitelist steht, ist allerdings weniger, als die Bezeichnung vermuten lässt. Die Momentaufnahme vom 2. Oktober 2026 umfasst 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Erlaubnis für Sportwetten, davon zwei zusätzlich für Pferdewetten, und drei Inhaber ausschließlich für Pferdewetten. Jede dort gelistete Domain endet auf .de — was im Umkehrschluss aber nichts bedeutet: Eine .de-Adresse allein ist kein Nachweis, sie ist eine Schreibweise.

Ein zweiter Punkt wird regelmäßig übersehen. Ein Haus kann mehrere Erlaubnisse besitzen, und jede gilt nur für das, wofür sie erteilt wurde. Die Sportwetten-Erlaubnis hängt an genau einer Domain; nur das Angebot unter dieser Domain ist Sportwetten mit deutscher Erlaubnis. Was derselbe Inhaber an Slots, Poker oder virtuellem Automatenspiel betreibt, läuft nach anderen Regeln, unter anderen Aufsichtsmaßstäben und mit anderen Grenzen. Der Vergleich auf dieser Seite betrifft ausschließlich den Sportwettenteil.

Und ein Wie-lange-aspekt, der in der Praxis selten Ärger macht, aber in jede Entscheidung gehört: Eine Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre. Die Whitelist zeigt nur das Erteilungsdatum, kein Enddatum. Wer ein Ablaufdatum irgendwo liest, liest es nicht bei der Behörde.

Was sich mit der Whitelist prüfen lässt — und was sie nicht sagt

Die Behörde prüft und überwacht, sie erteilt die bundesweite Erlaubnis zum Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet, und sie verhängt Bußgelder. Sie ist nicht die Steuerbehörde: Die Sportwettensteuer läuft über das Finanzamt. Sie ist auch keine Gütesiegel-Vergabestelle für Wettprogramme. Wer eine Sportwetten-Erlaubnis hat, ist damit berechtigt — nicht getestet.

Ein Schlüssel und ein Vorhängeschloss liegen auf einer Holzbank, im Hintergrund eine verschwommene Altstadtgasse.
Für bet365 führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Der Kontrollgriff für den Leser bleibt trotzdem einfach: Domain des Anbieters aufrufen, Whitelist aufrufen, Inhabername vergleichen. Stimmt der Name nicht mit dem Anbieter auf der Seite überein, hat man einen Vermittler vor sich und nicht den Erlaubnisinhaber.

Was Wetten auf ein Rennen überhaupt sein dürfen

Der GlüStV lässt bei Sportwetten Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Ereignisse während desselben zu, als Einzel- oder Kombiwette (§ 21 Abs. 1), und nur in Wettarten, die die Behörde zugelassen hat. Dieses zugelassene Wettprogramm ist kein Marketingdokument, sondern eine Liste. Genau daran entscheidet sich, welche Radsportmärkte ein deutscher Anbieter überhaupt anbieten darf.

Untersagt sind Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind — die Behördenpraxis rechnet Fußball unterhalb der 3. Liga dem Amateurbereich zu —, außerdem manipulationsträchtige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung nach § 21 Abs. 1a. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind unzulässig. E-Sport ist nach Auffassung der Behörde kein Sport; lizenzierte E-Sport-Wetten gibt es in Deutschland nicht.

Ausgezahlt wird nach dem offiziellen Ende des Ereignisses. Eine gesetzliche Einsatzobergrenze pro Wette existiert im Sportwettenbereich nicht.

Was eine unerlaubte Seite den Kunden kostet

Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis setzt, setzt sich strafrechtlich und zivilrechtlich einem anderen Regelwerk aus. Das Veranstalten oder Vermitteln ohne Erlaubnis ist nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitstrafe oder Geldstrafe bedroht, die Werbung dafür mit bis zu einem Jahr; die Teilnahme nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Die Behörde geht gegen unerlaubte Angebote mit Untersagungsverfügungen, Zahlungs- und Netzsperren vor (§ 9) und warnt die Öffentlichkeit namentlich — im September 2026 etwa ausdrücklich vor illegalen Angeboten wie Platincasino.

Die schärfere Entwicklung liegt aber bei den Zivilgerichten. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht (Az. I ZR 90/23); in dem Verfahren verlangt ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.

Wer das als Versicherung liest, liest zu viel hinein. Zugesagt ist niemandem etwas. Der praktische Wert der Erlaubnis liegt an einer anderen Stelle und lässt sich in zwei Zeilen zusammenfassen: Eine unerlaubte Seite bietet keine Sperrdatei, keine Limitdatei, keine deutsche Beschwerdestelle und im Konfliktfall keinen hiesigen Weg — dafür großzügigere Limits und mehr Live-Märkte. Ein Whitelist-Anbieter kostet die Bequemlichkeit und zahlt sie mit Rechtssicherheit zurück. Das ist der Tausch, um den es geht.

Die eigene Erlaubnis auf dem Papier: was der Nachweis zeigt

Zwei Beispiele aus der Whitelist, damit die Prüfung konkret wird. Für Bet365 führt die Übersicht die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta — ein maltesischer Inhaber, der unter deutscher Aufsicht anbietet, was in der Übersicht im Abschnitt „Die zehn Anbieter im Vergleich“ viele Nachbarn haben werden. Andere Häuser organisieren es über eine deutsche Gesellschaft: Die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb erteilte das Regierungspräsidium Darmstadt der ODDSET Sportwetten GmbH mit Bescheid vom 15.12.2022, Aufsicht führt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, Hansering 15, 06108 Halle (Saale). Beide Wege sind legal. Der Unterschied liegt im Sitz und damit in dem Recht, das im Hintergrund auf die Firma angewandt wird.

Woran ein mehrwöchiges Rennen den Spieler überfordert

Die Tour ist kein Fußballspiel. Sie läuft drei Wochen, hat 21 Etappen und zieht jeden Tag neue Märkte nach sich. Genau daraus entsteht das Risiko, um das dieser Abschnitt kreist: nicht der große Einzelverlust, sondern die Serie. Wer jeden Etappentag ein kleines bisschen setzt, hat am Ende der Rundfahrt mehr ausgegeben, als er je für einen Abend vorgesehen hätte — und das Verhalten ist über drei Wochen verteilt, fällt also niemandem auf.

Die Grenzen, die ein deutsches Sportwettenkonto hat, sind gesetzlich und gelten bei jedem Whitelist-Anbieter, unabhängig davon, wie das Haus sein Marketing aufbaut.

Die erste ist das Alter: Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt (§ 4 Abs. 3).

Die zweite ist die Identität. Pro Anbieter besteht ein Konto, und es wird vollständig verifiziert (§ 6a). Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel ermöglichen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Eine falsche Angabe beim Namen ist kein Kavaliersdelikt — sie sperrt das Konto, meist mitsamt Guthaben bis zur Klärung.

Die dritte ist das Einzahlungslimit des § 6c Abs. 1: standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat, gerechnet über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Wer mehr einzahlen will, braucht einen Nachweis seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit; eine bloße Selbstauskunft reicht nicht. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es hergibt, darf das Limit für eine Einzelperson anheben — bis 10.000 €, und bis 30.000 € für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spieler. Nach unten wirkt eine Absenkung sofort, nach oben erst nach sieben Tagen. Wer sein Limit also an einem Sonntag mit Verlusten senkt, kann es am Montag nicht einfach zurückdrehen.

Die vierte ist OASIS. Das bundesweite Sperrsystem nach §§ 8, 8a GlüStV wird bei der Registrierung und bei jedem Login abgeglichen. Wer sich dort selbst sperrt, gibt entweder eine Sperrdauer an — dann dauert sie mindestens drei Monate — oder keine, dann beträgt sie mindestens ein Jahr.

Die fünfte ist der Panikbutton (§ 6i Abs. 3). Er sperrt sofort, für 24 Stunden. Es ist das einzige Werkzeug mit Wirkung genau in dem Moment, in dem es gebraucht wird.

Und die sechste ist eine Regel, die viele überrascht: Paralleles Mitspielen bei mehreren Anbietern ist untersagt (§ 6h), überwacht über die Aktivitätsdatei. Der Grund ist einsichtig — das monatliche Einzahlungslimit über alle Anbieter wäre sonst ein Papiertiger. Es bedeutet aber auch, dass ein Konto bei einem zweiten Whitelist-Anbieter nicht nur ein Abo, sondern ein Risiko für den ersten sein kann.

Was die drei Wochen einer Rundfahrt aus einem Monatslimit machen

Rechnen wir den Extremfall des Dreiwochenrennens einmal durch, ohne Quote: Läuft die Tour vom 4. bis 26. Juli, wie 2026 geschehen, liegt sie komplett in einem Kalendermonat. Das Einzahlungslimit ist ein Monatslimit und kein Tageslimit. Ein Spieler, der die Tour über 21 Tage mit heißer Nadel bestreitet und die Hälfte seiner monatlichen 1.000 € in der zweiten Tourwoche verbraucht hat, findet in den verbleibenden 14 Tagen kein zusätzliches Budget vor — und der Rest des Monats ist noch nicht vorbei. Das ist kein Trick des Gesetzgebers, sondern die einzige Art, wie eine solche Grenze praktisch bremst.

Für wen die Tour attraktiv ist, hat hier eine klare Implikation: Nachtanken ist nicht. Wer ein Budget für die drei Wochen festlegen will, legt es vor dem Grand Départ fest und nicht am zweiten Ruhetag.

Wo Betroffene Hilfe finden

Das Sperrsystem OASIS ist der amtliche Weg, Betroffene finden Unterstützung darüber hinaus bei den Suchtberatungsstellen ihrer Region und bei den bundesweiten Anlaufstellen, die Glücksspielberater vermitteln. Die Behörde selbst unterhält auf ihrer Website Hinweise zu illegalen Angeboten. Und wer sich bei einem Whitelist-Anbieter anmeldet, hat einen Zugang zu all dem, was es an Schutzinstrumenten gibt.

Eine Regel sollte dabei nicht untergehen: Offshore-Anbieter sind weder an OASIS noch an LUGAS, und auch nach dem auf dieser Seite besprochenen Umgang mit dem’T. Wer das auf der Stra Krankheit, dort keinen Schutz aus dem deutschen System. Kleiner Fußnoten, aber sie ist genau die, die den Unterschied macht. Der Hinweis an der Stelle ist trocken: Eine Sperre, die den Rechner nicht kennt, sperrt nichts.

Was eine Quote kostet, bevor sie ausbezahlt wird

Ein Radrennen verlangt ein anderes Denken als ein Fußballspiel, weil die entscheidenden Märkte nicht während, sondern nach den Abschnitten entstehen. Wer sich mit Quoten beschäftigt, stößt schnell auf eine Zahl, die auf keiner Seite steht: die Marge des Buchmachers. Sie steckt in jeder Quote, in jedem Markt, in jedem Anbieter — und sie ist der Grund, warum selbst eine korrekt eingeschätzte Wette über die Zeit Geld kostet.

Suche nach „tour de france wettquoten“ und Ergebnis: eine Liste von Zahlen ohne Kontext. Die Marge dagegen ist der Teil des Satzes, den der Buchmacher für sich behält. Er ist in jedem Markt anders, in jedem Anbieter anders — und quer durch die Sportarten. Wer einen 1X2-Markt mit einem Radsport-Markt vergleicht, wundert sich über die Differenz; sie ist normal, weil sich die Märkte unterschiedlich gut mit Geld abdecken lassen und weil in einem Radrennen mehr Variablen mitspielen als in einem Fußballspiel.

Die Rechnung an einem Beispiel, das keine echte Quote ist

Ein Markt, der aus zwei Ausgängen besteht, jeder zu einer Quote von 1,90. Es gibt keine Favoriten, keine Longshots. Setzt man diese beiden Quoten in die Formel für den Quotenschlüssel ein, ergibt sich 1 geteilt durch (1/1,90 plus 1/1,90). Im Ergebnis steht ein Quotenschlüssel von etwa 0,9526 — die Auszahlungsquote des Marktes liegt damit bei rund 95,3 %, die Marge des Buchmachers bei rund 4,7 %. Das ist die Rechnung und nicht mehr: eine Bandbreite an einem Fall, der ausgedacht ist, also kein Preis irgendeines Hauses.

Für den Leser zählt der praktische Gehalt: Von 100 €, die auf einen solchen Zweiwegemarkt in Summe fließen, kommen rund 95 € an die Gewinner zurück. Wer über die drei Wochen 300 € auf solche Märkte setzt, dessen Erwartungswert liegt vor jedem Ereignis bei ungefähr 14 € Kosten — nicht als Prognose, sondern als Durchschnitt über viele Wetten unter der Annahme, dass jede betrachtete Quote fair dieselbe Marge trägt. Bei all dem ist das eine statistische Erwartung; sie sagt nichts darüber, wie eine einzelne Etappe endet.

Zwei Konsequenzen lassen sich daraus ableiten, ohne eine einzige konkrete Quote zu nennen. Je niedriger die Marge ist, desto mehr von der eigenen Grundgesamtheit kommt zurück. Und je häufiger ein Spieler umschichtet, desto öfter zahlt er die Marge — die Rundfahrt mit ihren 21 Teilstücken liefert dafür reichlich Gelegenheit.

Duellwetten, Gesamtsieg und die Frage, welcher Markt mehr Marge trägt

Die klassische Tour-Wette ist die auf den Gesamtsieg. Sie klingt wie das große Ereignis, ist aber der Markt mit der längsten Laufzeit: Ein Gesamtsieger steht nach drei Wochen fest, und während dieser drei Wochen kann ein Sturz alles zunichtemachen. Das ist keine Meinung, sondern die Definition des Produkts.

Daneben steht die Etappenwette, die auf einen Tag wettet. Sie hat ein kleines Zeitfenster und eine große Auswahl an Kandidaten; wer auf einen Ausreißer setzt, kauft ein langes Los.

Die dritte Gattung sind die Wertungswetten: Gesamt-, Punkte-, Berg- und Nachwuchswertung. Bei der Tour stehen die Trikots für diese Wertungen — gelb für die Gesamtwertung, grün für die Punktewertung, gepunktet für die Bergwertung, weiß für den Nachwuchs. Der Vorteil solcher Wetten liegt darin, dass sie nicht am Ausgang eines einzelnen Tages hängen, sondern an einer über Wochen aufgebauten Position.

Die vierte sind die Duell-Wetten, in denen zwei Fahrer direkt gegeneinander gestellt werden. Sie sind für den Gelegenheitsspieler schwerer einzuschätzen als eine Siegwette, weil beide Seiten selten gleich gut sind und die Marge in solchen Zweiwegemärkten typischerweise einen höheren Anteil des Einsatzes ausmacht als in einem gut besetzten Hauptmarkt.

Eine Warnung, die in keinem Wettprogramm steht: In Duell- und Nebenmärkten ist die Marge in aller Regel höher als im prominenten Hauptmarkt. Der Grund ist unspektakulär — die Umsätze im Nebenmarkt sind kleiner, das Buch der Buchmacher dünner, das Risiko für sie höher. Für den Spieler heißt das: Genau die exotischen Tour-Märkte, die am spannendsten aussehen, sind die teuersten. Wenn ein Anbieter mit einem auffällig hohen Quotenangebot auf einen Außenseiter wirbt, steht in demselben Markt meistens eine unscheinbar niedrige Quote auf der Favoritenseite daneben.

Die Wettsteuer und wer sie zahlt

Auf Sportwetten liegt in Deutschland die Sportwettensteuer nach §§ 16 bis 25 Rennwett- und Lotteriegesetz. Steuerschuldner ist der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler (§ 19). Bemessungsgrundlage ist der Einsatz abzüglich der Steuer selbst; der Satz liegt bei 5,3 % — bezogen auf den tatsächlich eingezahlten Betrag, also rund 5,03 %. Wer den Satz als „5,3 % vom Einsatz“ liest, rechnet an der falschen Basis.

Ob und in welcher Form ein Anbieter die Steuer an den Kunden weitergibt, entscheidet er selbst, und zwar nach seinen eigenen Bedingungen. Für ein konkretes Haus lässt sich das nur aus dessen Konditionen ablesen. Ein beworbener Null- oder Rabatt-Steuersatz ist insofern ein Marketingversprechen mit offenem Ende: Irgendwer zahlt die 5,3 %, und über kurz oder lang ist es der Preis, den der Spieler in der Quote findet.

Winamax wirbt im Fußbereich seiner Seite mit „0% Wettsteuer und die besten Quoten“ und bezieht sich dabei auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball vom 01.04.2025 bis 30.08.2025, nach der das Haus bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Das ist ein Satz zu einer Tennis-, Fußball- und Handballstichprobe — Radrennen kamen darin nicht vor.

Streckenverlauf statt Spielplan: das Produkt und seine Rohform

Im Fußball ersetzt ein Spielplan die Saison; im Radsport ist das Rennen selbst der Kalender. Wer auf die Tour setzt, setzt nicht auf ein Team in einem Spiel, sondern auf ein Fahrerfeld über drei Wochen, in dem ein einziger schlechter Tag reicht, um die Gesamtwertung zu verändern.

Die Tour de France wurde von der Sportzeitung „L’Auto“ gegründet; die erste Austragung begann am 1. Juli 1903 mit 60 Fahrern. Veranstalter ist seit 1992 die Amaury Sport Organisation (ASO). Die Tour besteht meist aus zwanzig Etappen nach dem Grand Départ und hat seit dem Dopingskandal von 1998 eine Streckenlänge von rund 3500 km — die kürzeste Tour 1903 war 2428 km lang, die längste 1926 mit 5745 km. Diese Unterschiede sind nicht Selbstzweck: Eine 5.700-km-Tour war ein anderes Wettprodukt als eine 3.245-km-Rundfahrt.

Struktur und Form der Teams haben sich über Jahrzehnte geändert. Seit 2018 bestehen die Teams aus acht Fahrern, bis 2017 aus neun; die 18 UCI WorldTeams sind zur Teilnahme verpflichtet.

Die Rundfahrt 2026: Zahlen und ihre Konsequenz für Wetter

Die Tour 2026 fand vom 4. bis 26. Juli 2026 statt, mit Start in Barcelona und Ziel in Paris, und umfasste 21 Etappen über insgesamt 3.245 km. Sie ist abgeschlossen und abgerechnet. Auf ein bereits entschiedenes Rennen lässt sich nicht mehr wetten; die nächste Ausgabe folgt 2027, und ihr Streckenverlauf ist noch nicht bekannt. Wer die Etappen von 2026 als Vorlage für Prognosen für 2027 verwenden will, sollte wissen, dass die Strecke neu gelegt wird.

Das Ergebnis dieser Rundfahrt gewann Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG) vor Remco Evenepoel (Red Bull-Bora-hansgrohe) und Isaac del Toro (UAE Team Emirates-XRG). Mads Pedersen (Lidl-Trek) holte die Punktewertung (grünes Trikot), Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) die Bergwertung (gepunktetes Trikot).

Zum Ende der Zeitrechnung: Rekordsieger mit je fünf Gesamtsiegen sind Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault, Miguel Indurain und Tadej Pogačar (2020, 2021, 2024, 2025, 2026).

Etappentypen und was sie für einen Wettschein bedeuten

Ein Rundfahrt-Renntag ist nicht wie der andere. Ein Flachetappen-Tag endet fast immer in einem Massensprint, ein Bergtag zersprengt das Feld, ein Einzelzeitfahren isoliert jeden Fahrer auf sich allein. Für den Wetter sind das drei unterschiedliche Produkte, die sich hinter einer einzigen Bezeichnung „Etappensieg“ verbergen.

Das erklärt auch, warum Quoten für Etappen von Tag zu Tag und Anbieter zu Anbieter so weit auseinanderliegen: In einem Feld von 150 Profis ist der Kreis der Siegeskandidaten auf einer Flachetappe ein anderer als auf einer Bergankunft. Ein hoher Quotenwert auf einen Sprinter in einer Bergetappe ist kein Schnäppchen, sondern eine Einschätzung des Marktes, die man teilen oder ablehnen kann — was man nicht kann, ist sie ignorieren.

Die zehn Anbieter im Vergleich

Alle zehn Häuser in dieser Übersicht stehen mit einer deutschen Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, Momentaufnahme 2. Oktober 2026. Die Inhaber sind unterschiedlich, die Erlaubnisdaten auch — das ist der erste Vergleichspunkt, lange bevor man über Quoten spricht.

Anbieter Whitelist-Status & Inhaber Erlaubnis seit
ODDSET Oddset Sportwetten GmbH 15.12.2022
Tiptorro Torro Tec Limited 27.12.2022
Winamax WINAMAX (Société anonyme) 08.12.2022
VBet SCGO Limited 05.12.2023
Sportingbet Sportingbet (Deutschland) Limited 21.12.2022
Betano Betkick Sportsbetting Limited 16.12.2022
NEO.bet Greenvest Betting Limited 22.12.2022
Betway Betway Limited 23.12.2022
Bet3000 I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026
Interwetten Interwetten Gaming Limited 27.12.2022

Wer die Tabelle liest, sieht zwei Spreizungen, die beide etwas bedeuten. Die erste ist die Spanne der Erlaubnisdaten: Sie reicht von einem Erteilungsdatum im Jahr 2020 bis zu einem im Jahr 2026. Beide Daten sind ordentliche Erlaubnisse; der Unterschied sagt etwas darüber, wie lange ein Haus unter deutscher Aufsicht arbeitet, und nichts über die Qualität seiner Quoten. Die zweite ist die Streuung der Inhaber: Malta ist der häufigste Firmensitz, eine deutsche Gesellschaft die Ausnahme. Das ist kein Mangel — die Aufsicht liegt ohnehin bei der Behörde in Halle — aber es erklärt, warum ein und dieselbe Beschwerde über ein und dieselbe Domain bei unterschiedlichen Adressaten landen kann.

Lizenzinhaber und Domain gehören in einen Satz: Bleibt der Name hinter der Domain unklar, ist die Seite nicht das, was sie zu sein vorgibt. Das ist der einzige Punkt in dieser Übersicht, bei dem man wirklich falsch liegen kann.

Bet365: die maltesische Erlaubnis als Prüfstein

Für Bet365 führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026). Erlaubnisinhaber und Betreiber sitzen also nicht in Deutschland; die Sportwetten-Erlaubnis für die deutsche Domain ist trotzdem erteilt und wird von der Behörde geführt.

Was das für den Leser bedeutet: Die Prüfung funktioniert genauso wie bei einem deutschen Inhaber. Man vergleicht den auf der Whitelist genannten Firmennamen mit der Angabe der Website, und die Sache ist entschieden. Was man nicht erwarten sollte, ist ein deutsches Impressum im Wortsinn — eine maltesische Gesellschaft bleibt eine maltesische Gesellschaft, auch wenn sie in Deutschland anbieten darf.

Über das Radsport-Wettprogramm dieses Anbieters steht in den hier ausgewerteten Quellen nichts, und deshalb steht dazu auch hier nichts. Wer die Tour-Märkte vergleichen will, geht in das Wettprogramm selbst, öffnet einen Gesamtsiegmarkt und einen Etappenmarkt und sieht sich die Spanne zwischen den Ausgängen an — die niedrigste Marge erkennt man mit bloßem Auge daran, wie gleichmäßig die Quoten auf die Favoriten verteilt sind.

Die Erlaubnis dieses Hauses ist sauber geführt und unstrittig; der Kostenvergleich beginnt erst einen Klick später, im eigenen Wettprogramm.

Tiptorro: der junge Auftritt mit der Behördenaufsicht

Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz auf Malta angeboten; das Unternehmen beschreibt sich dort selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder und verweist auf die Whitelist. Die Whitelist führt die Sportwetten-Erlaubnis für die deutsche Domain mit Erstdatum 30.06.2021 und Folgeerlaubnis vom 27.12.2022, Inhaber Torro Tec Limited.

Interessant daran ist weniger die Erlaubnis als die Form des Zugangs: Das Haus lebt von einer App, nicht von einem klassischen Webauftritt. Für einen Spieler, der während einer Bergetappe mit dem Handy mitliest, ist das ein Vorteil — die Oberfläche ist für genau diese Nutzung gebaut. Für einen Spieler, der seine Einsätze am Rechner vorbereitet und über drei Wochen plant, ist es ein Umweg.

Wer die Tour also vor allem unterwegs verfolgen und dann spontan auf eine Etappe setzen will, findet hier die passendere Ausgangslage. Wer Wertetabellen, Quotenverlauf und Vergleichsrechnungen am großen Bildschirm erledigt, wird an einer reinen App-Lösung weniger Freude haben.

Winamax: eine Studie als Argument und ein Satz zu ihrer Reichweite

Winamax bewirbt sich im Fußbereich der eigenen Website mit „0% Wettsteuer und die besten Quoten“. Belegt wird das mit einer Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus den Sportarten Fußball, Tennis und Handball, erhoben zwischen dem 01.04.2025 und dem 30.08.2025; danach lag das Haus bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins. Die Erlaubnis für die deutsche Domain steht auf der Whitelist mit Erstdatum 29.06.2021 und Folgeerlaubnis vom 08.12.2022, Inhaber ist die WINAMAX Société anonyme.

Nun die nüchterne Einordnung. Eine Stichprobe von 2.967 Spielen in drei Sportarten ist keine Aussage über Radsport. „Bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins“ heißt außerdem, dass in 55 % der untersuchten Fälle ein anderes Haus vorn lag — das ist eine Mehrheit der Fälle, in denen der Werbesatz nicht greift. Und 2.967 Spiele aus einem Zeitraum von fünf Monaten sind eine Momentaufnahme der drei genannten Sportarten, nicht ein Versprechen für die 21 Etappen einer Rundfahrt.

Das ist kein Grund, das Haus aus dieser Liste zu streichen; die Erlaubnis ist sauber, und ein Anbieter, der eine überprüfbare Studie zitiert, tut mehr als viele. Es ist ein Grund, den Werbesatz als das zu lesen, was er ist: eine Aussage über einen Teil des Angebots, in der die eigenen Kosten nicht vorkommen. Die Wettsteuer verschwindet nicht dadurch, dass ein Haus sie im Fußbereich der Seite auf null rechnet.

VBet: der jüngere Jahrgang unter den Erlaubnissen

Die SCGO Limited, Veranstalterin der Sportwetten unter der deutschen Domain, hat ihren Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, St. Julian’s, Malta. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder verzeichnet die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 5. Dezember 2023.

Damit gehört VBet zu den Häusern mit einer der jüngeren Erlaubnisse in dieser Runde. Ein jüngeres Erstemissionsdatum bedeutet nicht weniger Legitimität — die Erlaubnis ist eine Erlaubnis —, sagt aber etwas über die Statistik, auf die ein Spieler setzt: Ein Haus, das erst seit 2023 unter deutscher Aufsicht arbeitet, hat weniger Jahre hinter sich, in denen seine Quoten in diesem Markt beobachtet worden sind.

Für welche Situation das reicht: Wer während der Tour ohnehin mehr als einen Anbieter im Blick hat und Preise vergleicht, für den ist ein jüngeres Haus genau deshalb interessant — frische Anbieter setzen häufiger über Quoten und weniger über Prämien. Wer dagegen eine Marke sucht, deren deutsche Konditionen er schon kennt, wird an einem Haus, das seit 2023 dabei ist, weniger Anknüpfung finden.

Sportingbet: Konfigurator plus Live-Angebot

Sportingbet bietet im Wettangebot einen „Konfigurator+“ sowie Live-Wetten an; zu den Sportarten zählen unter anderem Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker. Die Erlaubnis für die deutsche Domain steht auf der Whitelist mit Erstdatum 09.10.2020 und Folgeerlaubnis vom 21.12.2022, Inhaber ist die Sportingbet (Deutschland) Limited.

Zwei Details sind hier wichtig, auch wenn sie harmlos klingen. Erstens: Radsport steht in der Aufzählung der Sportarten nicht, und es steht dort auch kein Hinweis darauf, dass die Tour besonders gepflegt würde. Zweitens: 2020 und 2022 sind Erlaubnisdaten, keine Angebotsdaten — sie sagen nichts darüber, wie tief das Radsportprogramm ist.

Für den, der auf die Rundfahrt wetten will, heißt das schlicht: Er muss vor dem Grand Départ ins Wettprogramm sehen und prüfen, wie viele Etappenmärkte angeboten werden und in welcher Dichte. Ein Haus mit einem vollen Fußball-, Tennis- und Handballprogramm und einer dünnen Radsportabteilung ist kein schlechter Anbieter — es ist nur kein Radsportanbieter.

Betano: Bet Builder, Cash Out und Live-Streaming

Die App „Betano Sportwetten und Slots“ wird im Apple App Store von der KAIZEN GAMING INTERNATIONAL LIMITED angeboten. Die Beschreibung nennt einen Bet Builder, mit dem sich mehrere Märkte eines Spiels kombinieren lassen, außerdem Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. Die Whitelist führt die Erlaubnis für die deutsche Domain mit Erstdatum 19.02.2021 und Folgeerlaubnis vom 16.12.2022, Inhaber Betkick Sportsbetting Limited.

Der Bet Builder ist das Feature, das bei kurzen Ereignissen am meisten einbringt und bei einer Rundfahrt am wenigsten. Ein Flachetappentag mit einem Massensprint ist ein Ereignis, dessen Ausgänge sich kombinieren lassen: Gesamtsieger der Etappe, erster Fahrer im Ziel, Sieger der Sprintwertung. Die Kombination multipliziert die Quoten — und mit ihnen die Marge, denn jede Kombination trägt so viele Margen, wie sie Beine hat.

Live-Streaming ist für die Tour ebenfalls ein zweischneidiges Werkzeug. Wer den ganzen Renntag vor dem Stream sitzt, setzt tendenziell mehr. Wer den Stream nur zur letzten halben Stunde einschaltet, sieht genug für eine Livewette und hat den Nachmittag nicht an den Bildschirm verloren.

Das Werkzeug selbst ist gut. Was den Unterschied macht, ist die Zahl der Male, in denen man es öffnet.

NEO.bet: erstes Prüfdatum aus dem Jahr 2020

Auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder ist für die deutsche Domain die Greenvest Betting Limited als Betreiberin geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Der Inhaber sitzt auf Malta.

Bemerkenswert an diesem Eintrag ist der Abstand zwischen einer der ältesten Erstemissionen in dieser Runde und einem vergleichsweise zurückhaltenden Auftritt. Wer die Whitelist nach langer Aufsichtsdauer liest, findet hier eine Marke, die seit Herbst 2020 unter deutscher Erlaubnis arbeitet — mehr Jahre deutscher Aufsicht als die Mehrheit der Liste aufweist.

Was ein Spieler daraus mitnehmen kann: Ein Anbieter, der über mehrere Erlaubniszyklen hinweg im Markt geblieben ist, hat sich an das deutsche Wettprogramm angepasst. Das ist für den Kostenvergleich insoweit relevant, als eingespielte Häuser ihre Quoten eher an den zugelassenen Märkten ausrichten als an improvisierten.

Betway: Cash Out unter „Meine Wetten“

Beim Betway-Cash-Out erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“; der Wert der Wette wird angezeigt, ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Betway bietet zudem einen Wettkonfigurator für Fußballspiele, der Konfigurator+ kombiniert Auswahlen aus verschiedenen Partien. Die Erlaubnis für die deutsche Domain steht auf der Whitelist mit Erstdatum 09.03.2021 und Folgeerlaubnis vom 23.12.2022, Inhaber Betway Limited.

Cash Out ist ein Mechanismus mit einem Preis, der nie groß gedruckt wird. Wer eine laufende Wette vorzeitig auszahlt, verkauft sie an das Haus zurück — und das Haus kauft nie zum vollen Wert, sondern mit einem Abschlag, der die eigene Marge sichert. Der Auszahlungswert liegt deshalb systematisch unter dem Erwartungswert der Wette. Für einen Spieler, der 21 Tage lang vor der Entscheidung steht, ist Cash Out trotzdem ein Werkzeug: auf dem Weg über die Alpen kann ein Sturz eine Position entwerten, und ein Teilausstieg ist besser als die Gesamtpleite.

Wer die Tour über drei Wochen beobachtet und zwischendurch Positionen anpassen will, findet hier also einen Mechanismus, der genau dazu passt. Wer den Cash-Out als Ertragsstrategie einsetzt, verliert die Marge zweimal — einmal beim Abschluss und einmal beim Verkauf.

Bet3000: die jüngste Erlaubnis im Feld

Als Veranstalter der Sportwetten unter der deutschen Domain führt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Lyons Range Court, Flat Nr. 1, Triq Bisazza, SLM 1640, Sliema, Malta; die Erlaubnis ist dort mit dem Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet.

Das ist die jüngste Erlaubnis in dieser Übersicht — wenige Monate alt zum Zeitpunkt der Momentaufnahme. Wer auf die Tour 2027 setzen will und in dieser Liste nach dem jüngsten Anbieter sucht, findet hier den mit der kürzesten deutschen Geschichte.

Ein so frischer Eintrag ist für den einen Leser ein Argument und für den anderen ein Vorbehalt. Wer eine Marke ohne lange Historie nicht braucht, nimmt das Haus als das, was es ist: ein weiterer Eintrag auf der Whitelist, geprüft wie alle anderen, aber ohne Jahre deutscher Erfahrung, an denen man sein Verhalten messen könnte. Die Prüfung bleibt dieselbe wie überall auf dieser Seite — Inhabername auf der Whitelist gegen Domain vergleichen.

Interwetten: etabliertes Haus mit maltesischem Inhaber

Als Anbieter der deutschen Domain führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne‘ Point, Sliema, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026). Die Erlaubnis ist mit Erstdatum 02.11.2020 und Folgeerlaubnis vom 27.12.2022 verzeichnet.

Damit liegt Interwetten auf beiden Skalen weit vorn: eine der längeren Aufsichtshistorien und einer der großen Namen in der deutschsprachigen Wettlandschaft. Wie bei allen Häusern in dieser Liste sagt das nichts über konkrete Radsportquoten — diese Zahl steht in keinem Erlaubnisdokument und in keiner Whitelist.

Der Nutzen dieser Position im Vergleich liegt woanders. Ein erfahrenes Haus hat seine Prozesse an das deutsche Regelwerk angepasst: Verifizierung, Limitdatei, Sperrsystem sind eingespielte Abläufe und keine Neuimplementierung. Für einen Spieler, der zum ersten Mal bei einem Whitelist-Anbieter ein Konto eröffnet, ist das weniger Reibung als bei einem Marktneuling.

Was vom Konto übrig bleibt, wenn man geht

Ein Punkt, der in Vergleichen fast nie auftaucht und trotzdem zu den harten Kosten gehört: Spielerguthaben liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7).

Das klingt nach Kleingedrucktem, ist aber der Unterschied zwischen einem Guthaben, das einem gehört, und einem, das im Zweifel weg ist. Ein Anbieter in Schieflage kann das Geld auf einem Treuhandkonto nicht einfach zur Deckung eigener Verbindlichkeiten verwenden. Für einen Spieler, der sein Guthaben über eine dreiwöchige Rundfahrt stehen lässt, statt es täglich abzuräumen, ist dieses Detail relevanter als die Werbeprämie.

Dazu gehört die Zahlungsseite. Einzahlungen sind nach § 6b Abs. 4 nur von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut erlaubt; anonyme Zahlungsmittel sind nicht zulässig. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonymes Prepaid aus dem lizenzierten deutschen Wettgeschäft heraushält. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist dessen eigene Sache und steht nur in seinen Bedingungen.

Die praktische Folge für den Einsteiger: Das Konto muss auf den eigenen Namen laufen, und die Zahlungsmethode muss dazu passen. Wer mit dem Konto eines Familienmitglieds einzahlen will, kommt nicht durch.

Warum es keinen Bonusvergleich in dieser Übersicht gibt

Der Glücksspielstaatsvertrag enthält keine Regel, die einen Sportwettenbonus festsetzt oder begrenzt. Beträge, Umsatzbedingungen und Mindestquoten kommen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Genau deshalb steht hier keine Bonustabelle: Eine Zahl, die ein Haus heute nennt, kann nächste Woche eine andere sein, und ein Vergleich, der auf Werbebedingungen aufbaut, veraltet schneller als jede Quote.

Was stattdessen hilft, ist die Frage nach dem, was ein Bonus verlangt. Drei Größen entscheiden über den Wert: der Faktor, mit dem der Bonus umgesetzt werden muss, die Mindestquote, ab der Einsätze überhaupt zählen, und die Frist, innerhalb derer das geschehen sein muss. Ein hoher Bonusbetrag mit einem hohen Umsatzfaktor ist regelmäßig weniger wert als ein kleinerer Betrag mit einem niedrigen.

Und eine Werberegel, die den Leser betrifft: Nur Erlaubnisinhaber dürfen für Glücksspiel werben (§ 5 Abs. 7). Für Sportwetten gilt zusätzlich, dass im Umfeld einer Live-Übertragung nicht für Wetten auf dasselbe Ereignis geworben werden darf und dass keine aktiven Sportler oder Funktionäre in der Werbung auftreten dürfen. Wer also eine Werbeanzeige für Radsportwetten sieht, kann daraus schließen, dass ein Erlaubnisinhaber dahintersteht — nicht mehr. Es gibt eine Ausnahme bei der Uhrzeit: Das Werbeverbot von 06:00 bis 21:00 Uhr nach § 5 Abs. 3 Satz 1 gilt für Automatenspiel, Online-Poker und Online-Casinospiele, nicht für Sportwetten.

Livewetten während einer Etappe: was erlaubt ist und was nicht

Livewetten auf ein laufendes Ereignis sind nach § 21 Abs. 4 GlüStV nur eingeschränkt zulässig. Während des laufenden Ereignisses dürfen Wetten nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten abgeschlossen werden, in denen solche Ereignisse selten sind. Im Fußball ist das nächste Tor erlaubt, im Tennis der nächste Satz — der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball dagegen nicht.

Für eine Radsportetappe heißt das: Ein Livewettenangebot auf das Renngeschehen ist kein Selbstbedienungsladen. Wer während einer Bergetappe sekundenaktuell auf den nächsten Angriff setzen will, findet dafür in einem deutschen Wettprogramm nicht ohne Weiteres einen Markt. Was zulässig ist, sind Wetten auf den Ausgang des Geschehens — also auf das Endergebnis einer Etappe oder des Rennens — sowie ausdrücklich zugelassene Komponenten, deren Ereignisse im Radsport nicht zu den häufigen gehören.

Wer die Livewetten-Optionen dennoch vergleichen will, findet bei zwei Häusern in dieser Liste konkrete Hinweise. Betano bietet Cash Out und Live-Streaming, Sportingbet Live-Wetten und einen „Konfigurator+“. Beides sind keine Aussagen über die Tiefe des Radsport-Liveangebots, sondern über vorhandene Werkzeuge.

Und der Kostenpunkt: Eine Livewette ist keine günstigere Wette als eine Vorabwette. Die Marge ist im Livebereich typischerweise nicht kleiner, weil sich die Quoten während des Rennens bewegen und der Anbieter das Risiko eines schnellen Preiswechsels einpreisen muss.

Cash Out hat in diesem Regelwerk übrigens keine eigene gesetzliche Grundlage. Es ist eine Funktion des jeweiligen Anbieters, kein gesetzlicher Anspruch — und wer Cash Out als Argument für ein Haus liest, sollte wissen, dass er damit einen Service und keinen Rechtsanspruch bewertet.

Woran man im Juli merkt, dass der Anbieter nicht taugt

Auf ein abgeschlossenes Rennen wie die Tour 2026 lässt sich nicht mehr setzen. Wer im Juli 2027 wetten will, steht vor derselben Entscheidung wie jedes Jahr — und kann sie vorbereiten, ohne eine Quote zu kennen.

Der erste Prüfschritt ist die Whitelist. Domain des Anbieters suchen, Inhabernamen danebenstellen, vergleichen. Wer hier zwei Minuten investiert, sortiert alle Angebote ohne deutsche Erlaubnis aus, und zwar unabhängig davon, wie attraktiv ihre Quoten aussehen.

Der zweite Schritt ist das Wettprogramm. Vor dem Grand Départ öffnet man den Gesamtsiegmarkt und einen beliebigen Etappenmarkt und sieht sich an, wie gleichmäßig die Quoten über die Ausgänge verteilt sind. Je stärker die Summe der Kehrwerte über eins hinausgeht, desto größer der Anteil, den das Haus für sich behält.

Der dritte Schritt ist die Frage nach der Frist. Eine Umsatzbedingung mit knapper Frist ist in einem Dreiwochenrennen kein Problem, in einem Fußballwochenende schon. Umgekehrt: Wer sein Tour-Budget über 21 Tage plant, sollte wissen, ob eine Aktion am Ende der Rundfahrt oder am Ende des Monats ausläuft.

Der vierte Schritt ist die eigene Grenze. Wer sich ein Monatslimit von 1.000 € gesetzt hat, plant damit über die drei Wochen und nicht über die ersten drei Tage.

Der ehrliche Vergleich endet beim Leser

Zehn Anbieter mit Erlaubnis, ein Regelwerk und eine Frist — mehr bietet dieser Markt einem Radsportfan nicht, und weniger sollte er nicht akzeptieren. Die Wahl des besten Anbieters für Wetten auf die Tour de France ist am Ende keine Frage der Werbeprämie, sondern eine Frage der Quote, die man in der Hand hält, wenn die Wette gewinnt.

Diese Einschätzung ist kein Rat zum Wetten. Sie ist eine Aussage über die Instrumente: Eine niedrigere Marge ist mehr Geld in der eigenen Tasche, ein Limit schützt vor dem Dreiwochenloch, und eine Whitelist-Domain ist der einzige Beweis, den es gibt.

Häufige Fragen zu Wetten auf die Tour de France

Nur bei Anbietern, die mit der deutschen Domain auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder stehen. Diese Übersicht vom 2. Oktober 2026 umfasst 30 Einträge, darunter 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis. Wer wissen will, ob eine Seite dazugehört, vergleicht dort den Namen des Erlaubnisinhabers mit der Angabe auf der Website.

Welche Wettarten gibt es bei der Tour de France, etwa Gesamtsieg, Etappensieg oder Trikotwertung?

Einzel- und Kombiwetten sind auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon möglich, soweit die Behörde die Wettart zugelassen hat. In der Praxis stehen Gesamtsieg, Etappensieg, Duellwetten zwischen zwei Fahrern sowie Punkte-, Berg- und Nachwuchswertung im Programm. Welche Märkte ein Haus tatsächlich führt, steht in dessen Wettprogramm.

Wann fand die Tour de France 2026 statt, und lässt sich darauf noch wetten?

Die Rundfahrt lief vom 4. bis 26. Juli 2026, mit Start in Barcelona und Ziel in Paris, über 21 Etappen und 3.245 km. Sie ist abgeschlossen und abgerechnet. Wetten darauf sind nicht mehr möglich, auch nicht bei einem Whitelist-Anbieter. Die nächste Ausgabe folgt 2027; der Streckenverlauf steht noch nicht fest.

Welche Livewetten sind während einer laufenden Etappe nach dem Glücksspielvertrag zulässig?

Während eines laufenden Ereignisses erlaubt § 21 Abs. 4 GlüStV nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente seltener Ereignisse. Für Radsport bedeutet das ein eingeschränktes Liveangebot. Ein Markt auf jeden nächsten Angriff ist in einem deutschen Wettprogramm nicht ohne Weiteres zu finden.

Wie berechnet sich die Auszahlung einer Gesamtsieg-Wette aus Einsatz und Quote, und was bedeutet die Marge?

Der Rückfluss ergibt sich aus Einsatz multipliziert mit der Quote, der Nettogewinn aus Einsatz mal Quote minus eins. Die Marge ist der Anteil, den der Buchmacher behält: Bei einem Zweiwegemarkt zu 1,90 / 1,90 liegt der Quotenschlüssel bei rund 0,9526, die Auszahlungsquote bei rund 95,3 %, die Marge bei rund 4,7 %.

Wie wird die Sportwettensteuer von 5,3 % bei Radsportwetten berücksichtigt?

Bemessungsgrundlage ist der Einsatz abzüglich der Steuer selbst, der Satz liegt bei 5,3 % — bezogen auf den eingezahlten Betrag also rund 5,03 %. Steuerschuldner ist nach § 19 Rennwett- und Lotteriegesetz der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler. Ob ein Anbieter die Steuer weitergibt, regelt er in seinen eigenen Bedingungen.

Inhalt erstellt vom Team «Serie A Wetten»